05.09.2021 07:00 |

Im Interview

„Es wird leider viel Unsinn verbreitet“

Der Salzburger Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP) spricht über die konstant hohe Inzidenz sowie Impfskeptiker und das, was im Herbst noch auf uns zukommen könnte.

Herr Stöckl, was ist Ihre Erklärung für die konstant hohe Inzidenz in Salzburg?

Wir sind öfter als andere Bundesländer vorne, das stimmt. Hätte ich eine Erklärung dafür, wäre ich froh. Was ich weiß, ist, dass wir im Bundesländervergleich in der Kontaktverfolgung und beim Testen strengere Regeln haben. Dadurch werden vielleicht mehr Fälle bekannt. Das könnte ein möglicher Grund sein.

Laut einer Studie ist ein Drittel der Salzburger impfskeptisch. Warum?

Ich glaube das hängt damit zusammen, dass die Salzburger insgesamt eine höhere Grundskepsis haben, mehr als in anderen Bundesländern. Allein, wenn ich da an die Politik denke, ist es seit Jahrzehnten in Salzburg vorbei mit absoluten Mehrheiten. Vielleicht hängt das mit unserem Naturell zusammen.

Was erwartet Ungeimpfte im Herbst?

Wir können nur immer wieder appellieren, dass sie sich impfen lassen. Insbesondere Genesene, die noch warten, weil sie Antikörper haben. Niemand will einen weiteren Lockdown, deswegen müssen wir alles daran setzen, dass sich mehr impfen lassen. Es wird aber leider sehr viel Unsinn über Social Media verbreitet – es gibt Mythen, die sich sehr hartnäckig halten. Da aber nur 30 Prozent angeben, sie lassen sich nicht impfen, müssten wir eigentlich auf 70 Prozent kommen, das wäre schon gut.

Im Jahr 2020 hat Bundeskanzler Kurz „Licht am Ende des Tunnels“ verkündet, kürzlich erklärte er die Pandemie zur Privatsache. Was erwartet uns im Herbst?

Grundsätzlich teile ich die Meinung des Bundeskanzlers, dass wir alles unternehmen müssen, um einen weiteren Lockdown zu verhindern. Der Weg dahinter ist jedoch nicht einfach, da gibt es Strömungen, die sagen, dass es mit der Methode gelingt, die anderen sind anderer Meinung. Ich glaube, es muss ein Bündel an Maßnahmen gesetzt werden, um die Spitalsbetten nicht überzubelasten.

Welche Maßnahmen sind geplant?

Neben Impf-Aktionen und Aufklärung werden werden wir im Herbst darüber nachdenken müssen, ob wir die FFP2-Maskenregel verstärkt wieder einführen. Wir werden außerdem weiterhin auf regionale Cluster – unter Berücksichtigung der jeweiligen Durchimpfungsrate in den Gemeinden – reagieren.

Marie Schulz
Marie Schulz
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