GUTEN MORGEN

1-2-3: drei nicht dabei! | Ungeimpfte auf Intensiv

Es gilt als zentraler Punkt im Regierungsprogramm von Türkis-Grün, das sogenannte 1-2-3-Ticket. Eine Jahreskarte für die Öffis zum Spezialpreis: ein Euro pro Tag für ein Bundesland, zwei Euro für zwei und drei Euro für ganz Österreich - das ist die Idee des Klimatickets, vor allem den Grünen ein maximales Anliegen. Verhandelt wird vom Infrastrukturministerium mit den Bundesländern bzw. den Verkehrsverbünden in den einzelnen Bundesländern seit vielen Monaten. Bisher ging man davon aus, dass dieses Ticket in seiner Version für ganz Österreich ab Jahresanfang 2022 angeboten würde. Gestern überraschte nun die zuständige grüne Ministerin Leonore Gewessler mit ihrer Ankündigung, dieses Klimaticket bereits ab dem 26. Oktober, also dem Nationalfeiertag, einzuführen. Und tatsächlich wird man damit bei den ÖBB auch durch ganz Österreich reisen können. Doch bei Bus, Bim und U-Bahn - da sind drei Bundesländer nicht dabei. Nach 40 Verhandlungsrunden mit der Ostregion, also Wien, Niederösterreich und Burgenland, kam man im Ministerium offensichtlich zum Schluss, dass es hier am politischen Willen fehle. Und so kam, wie heute „Krone“-Innenpolitiker Klaus Knittelfelder schreibt, „der Poker ins Spiel, dessen Ziel: Man konfrontiert die ausständigen Länder mit einer unfertigen Variante, sodass - nicht zuletzt durch deren Öffi-Fahrer - Druck entsteht, der Sache beizutreten.“ In die Karten blicken ließ sich Gewessler nicht, Wiener und Burgenländer wurden gestern überrumpelt, „vorinformiert waren nur einzelne Rote und - via Kanzleramts-Bande - Niederösterreich“, weiß Knittelfelder und resümiert: „Wie das Pokerspiel ausgeht, werden die kommenden Wochen zeigen.“ So viel scheint aber klar: Die Klimaschutzministerin ist eine härtere Nuss als andere „weiche“ grüne Regierungskollegen.

Die Covid-Zahlen steigen weiter. Nicht nur, dass gestern mit 1221 Neuinfektionen wieder ein deutliches Plus zu verzeichnen war, gleichzeitig ein Höchststand seit Anfang Mai - auch die Hospitalisierungen nehmen zu, mit 293 Covid-Spitalspatienten wurden am Mittwoch um 23 mehr gezählt als noch tags zuvor. 59 lagen auf Intensivstationen. Und es überrascht kaum, dass es sich dabei in allererster Linie um ungeimpfte Patientinnen und Patienten handelt. Das können die Intensivmediziner nur schwer verstehen, wenn es doch ein ganz einfaches Mittel dagegen gibt: die Impfung. Nein, das können auch die allermeister Geimpften nicht verstehen…

Einen schönen Tag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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Dienstag, 21. September 2021
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