Razzia in Lokalen

Wien: Versperrte Notausgänge und überfüllte Räume

Österreich
27.02.2011 11:17
In der Nacht auf Sonntag hat die zweite Razzia der Wiener Polizei und des Magistrats im heurigen Jahr stattgefunden. "Die Aktion ist geheim. Wir gehen ohne Ankündigung in die Lokale hinein. Dabei muss man ständig auf alles gefasst sein", erklärte ein Behördenmitarbeiter im Vorfeld. Die Schwerpunktkontrolle in drei Diskotheken und einer Bar ergab Sicherheitsrisiken wie überfüllte Räume und versperrte Notausgänge.

Vor allem wurde überprüft, ob sich die Lokalbetreiber an die Jugendschutz- und Fassungsraumbestimmungen hielten. Die Wahl der Lokale, die bei den Schwerpunktaktionen unter die Lupe genommen werden, hat System: Die Truppe rückt aus, wenn es Hinweise gibt, etwa von Anrainern oder der Polizei. Während die Stadt kontrolliert, ob Genehmigungen und Auflagen eingehalten werden, sorgt die Polizei für die Sicherheit, überprüft Identitäten und Aufenthaltsgenehmigungen.

Gestapelte Bierkartons im Notausgang
Bei der Schwerpunktaktion zeigte sich deutlich, wie fahrlässig manche Lokalbetreiber mit ihren Gästen umgehen. Die Behördenmitarbeiter fanden in einer Disco etwa gestapelte Bierkartons im Notausgang vor: "Die sind brennbar, die müssen sofort weg." Dieses Vergehen wurde angezeigt. Eine weitere Anzeige wurde im selben Lokal wegen des Verstoßes gegen das Tabakgesetz ausgestellt. Die Gäste rauchten im Nichtraucherbereich: "Auch das wird von uns kontrolliert", so Einsatzleiter Christian Lovecky vom Dezernat für Sofortmaßnahmen der Stadt Wien.

"Es tut mir sehr leid, ich dachte, es dürfen mehr rein", versuchte sich der junger Geschäftsführer einer Diskothek in der Innenstadt zu rechtfertigen. Das Lokal war deutlich überfüllt, die jungen Partygäste drängten sich dicht auf der Tanzfläche. "480 Personen dürfen hier maximal rein, es sind aber mindestens 680 da", stellte Lovecky fest. Das sei ein Verstoß gegen die Vorschriften und ein enormes Sicherheitsrisiko. Dafür gab es eine Anzeige.

"Dann gibt es hier eine Katastrophe"
Für eine weitere Disco setzte es ebenso Anzeigen: Auch sie war überfüllt. Zudem verstellten Tische den Notausgang: "Das ist sehr gefährlich. Wenn etwas passiert, dann gibt es hier eine Katastrophe", zeigte sich ein Behördenmitarbeiter schockiert über den Leichtsinn des Betreibers. Beanstandet wurde außerdem die zu laute Musik.

Das Einsatzteam überprüfte neben den Discos auch eine Bar im "Bermudadreieck" aufgrund Beschwerden wegen Lärmbelästigung. Die Barkeeperin war von der Kontrolle wenig begeistert. Sie hatte Angst um ihre Kundschaft: "Gott sei Dank ist heute nicht so viel los." Die Lärmmessung ergab allerdings: Passt alles. Einzig die Aufhängung der Boxen wurde beanstandet.

Fünf Anzeigen ausgestellt
Um zwei Uhr früh endete die Schwerpunktation. "Die Betreiber haben gesehen, dass die Behörde präsent ist", resümierte Lovecky. Insgesamt stellten das Magistrat fünf Anzeigen aus und hatten zwei Beanstandungen. Gegen die Jugendschutzbestimmungen verstieß keines der überprüften Lokale.

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