"Die Position der Wirtschaftskammer ist unverändert, wir sind weiterhin gegen gesetzlich verankerte Quoten in privaten Unternehmen", so Hochhauser am Freitag. "Es ist nicht mehr zeitgemäß, mit Quoten zu arbeiten. Es braucht Bewusstseinsbildung und eine bessere Vernetzung." Wenn der Staat als Eigentümer bei seinen Beteiligungen diesen Weg wähle und dadurch Vorbild sein wolle, sei dies zu begrüßen. Eine gesetzliche Verpflichtung für Private lehne sie jedoch ab.
Hochhauser drängt darauf, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass mehr Frauen in Spitzenfunktionen tätig sein können. Der WKÖ-Generalsekretärin geht es einerseits darum, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sichern, und andererseits darum, die Frauen zu motivieren, die notwendigen Grundlagen zu erreichen. Sie verwies hier etwa auf das gemeinsame Projekt "Zukunft.Frauen" von WKÖ, Industriellenvereinigung und Wirtschaftsministerium.
Das Projekt feiert am 3. März die ersten Absolventinnen - rechtzeitig vor dem diesjährigen Frauentag. Ziel der Aktion ist es, Frauen für Management- und Aufsichtsratspositionen zu etablieren. 21 Teilnehmerinnen absolvierten den ersten Durchgang - und erklärten am Freitag, dass sich ohne Quote beim Frauenanteil in Aufsichtsräten wahrscheinlich nur wenig ändern werde.
Mitterlehner-Vorstoß
Mitterlehner hatte am Wochenende vorgeschlagen, dass Aufsichtsräte von Unternehmen, in denen der Bund mehr als 50 Prozent hält, bis zum Jahr 2013 mindestens zu 25 Prozent weiblich besetzt werden. Bis 2018 soll die Quote dann 30 Prozent betragen.
Die Wirtschaftskammer selbst verzeichnet unter ihren insgesamt zehn Präsidenten (neun Länder-, eine Bundesvertretung) zwei Frauen, nämlich in Wien und in Niederösterreich. In der Wirtschaftskammer konnte der Frauenanteil laut eigenen Angaben von 14,3 Prozent in der Funktionsperiode 2005 - 2010 auf 22 Prozent in der jetzigen (2010 - 2015) gesteigert werden. Im Generalsekretariat hat Hochhauser einen männlichen Stellvertreter. Im Präsidium sitzen neben WKÖ-Präsident Christoph Leitl sechs Vizepräsidenten, bei zwei von ihnen handelt es sich um Frauen: Renate Römer und Martha Schultz kommen aus dem Wirtschaftsbund.









Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.