"Das ist mir zu viel"

"Drogen-Opa" Erich K. zu fünf Jahren Haft verurteilt

Wien
24.02.2011 17:33
Der 78-jährige "Drogen-Opa" Erich K. (im Bild links mit seinem Anwalt) aus Wien, "Stammgast" bei Polizei und Gericht, ist am Landesgericht nicht rechtskräftig zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Für den rüstigen Rentner hatten im vergangenen Jahr nach einer Kokain-Einkaufstour in Amsterdam wieder einmal die Handschellen geklickt. "Herr Rat, i bin net kleinlich, aber das ist mir zu viel", legte K. Berufung gegen das Urteil ein.

Viermal fuhr der 78-Jährige nach Amsterdam, doch die Schönheit der Grachten interessierte ihn weniger. Er war auf Kokain-Einkaufstour und landete so wieder vor Gericht (siehe Infobox). Insgesamt saß der Rentner bereits 40 Jahre hinter Gittern.

Anwalt: "Nur noch das Jüngste Gericht zuständig"
Auch bei seiner letzten einschlägigen Verurteilung hatte der "Drogen-Opa" Anwalt Werner Tomanek zur Seite. Der konnte nur seufzen: "Schon beim letzten Mal habe ich gemeint, dass in diesem Alter nur noch das Jüngste Gericht zuständig ist. Er sollte meine Worte Lügen strafen!"

Doch Erich K. war nicht nur rüstig genug, nach Amsterdam zu reisen, sondern laut Staatsanwalt gleich einen Drogenring aufzuziehen. "Warum tun Sie sich das an?", wollte Richter Stockhammer wissen. "Weil mir das Geld ausgegangen ist", antwortete der Rentner.

Auch Mitangeklagte sind "alte Häfn-Hasen"
Auch seine Mitangeklagten Josef H. (63) und Richard N. (51) sind "alte Häfn-Hasen" – das Trio kommt insgesamt auf 91 Jahre verbüßte Haftzeit.

Besonders stolz ist K. auf seine dargebotene Ware: "90 Prozent! Das hab ich natürlich strecken müssen a bissl, ist ja sonst schädlich für die Gesundheit, das Zeug." Womit er gestreckt hat, will der Richter wissen. "Mit Milchpulver, aber man muss aufpassen, nicht zu viel davon hineinzugeben. Sonst haben ja die Leut nix davon."

Gefunden hatte man bei ihm rund ein Kilogramm Kokain, aber nur mit einem Laborwert von neun Prozent. "Eigentlich verunreinigtes Milchpulver", wie der Anwalt feststellt.

von Gabriela Gödel, Kronen Zeitung

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