Einige wärmere Tage haben ausgereicht - und schon sieht man erste zarte Knospen bei früh blühenden Sträuchern, und auch andere Pflanzen machen sich zum sanften Start bereit. Zeit also, den Garten ausführlich auf eventuelle Winterschäden zu begutachten und mit den ersten Arbeiten zu beginnen.
Ein ordentlicher Schnitt ...
... tut jetzt vielen Bäumen, Sträuchern und Pflanzen gut. Dabei können auch Frostschäden, sofern sie nur Teile von Pflanzen betroffen haben, entfernt werden.
Grundsätzlich gilt der Monat März als der ideale Schnitt-Monat für Bäume, Stauden und Pflanzen. „Keinesfalls jedoch dürfen alle Frühjahrsblüher, wie etwa der Flieder, jetzt geschnitten werden. Tut man dies, dann werden sie dieses Jahr höchstwahrscheinlich überhaupt nicht blühen und man beraubt sich der ersten Gartenfreuden“, warnt Gärtnermeister und Gartengestalter Michael Flaschberger vor allzu großem Eifer. Hier heißt es warten, bis die Blüteperiode vorbei ist, und dann kann bis Ende Juni die Schere angesetzt werden.
Im März werden auch die meisten Obstbäume zurechtgestutzt. Übrigens: Viele ältere Obstbäume, die nicht mehr den gewünschten Ertrag liefern, sollten nicht nur zurückgeschnitten, sondern auch gelichtet werden, also auch innerhalb der Baumkrone muss ein Zuviel an Ästen entfernt werden, sodass die Äste ausreichend Sonnenlicht bekommen können.
„Ausnahmen gibt es aber auch hier: Bei Kirsch- und Nussbäumen gibt es einen Sommerschnitt, den Marillenbaum sollte man überhaupt so wenig wie möglich schneiden“, so Flaschberger.
Jung-Kur auch für Stauden, Rosen und Gräser
Kräftig die Schere kann man im Frühjahr auch bei Stauden und Gräsern ansetzen. Ältere, abgestorbene Pflanzenteile (braun und trocken!) sollten ebenso wie die äußeren weggeschnitten werden – und das nicht zu knapp, am besten bis auf eine Handbreit oberhalb des Bodens. Die Zeit kurz vor dem Austrieb ist für eine solche Radikal-Kur am besten geeignet.
„Auch die beliebten Sommerflieder sollten relativ kurz, also etwa hüfthoch, gekürzt werden. Viele Hobbygärtner scheuen oft solche kräftigen Schnitte, aber keine Sorge: Mit neuer Kraft erreichen die Pflanzen - kräftiger und schöner noch als vorher - sehr rasch ihre alte Größe wieder“, empfiehlt Fachmann Flaschberger.
Ebenfalls Abschied nehmen heißt es von den vertrockneten Ziergräser-Stängeln. Ein radikaler Schnitt schafft die besten Voraussetzungen – und Platz! - für frischen Nachwuchs.
Keine Angst vor dem Rosenschnitt
Die Rose ist die beliebteste Gartenblume, und schöne Rosen in allen Formen, Farben und Sorten sind der Stolz und die Freude jedes Gärtners. Doch bei keiner anderen Blume ist die Scheu vor dem radikalen Frühjahrsschnitt so groß wie bei den Rosen. Fragen über den richtigen Schnitt und die Angst, etwas falsch zu machen, führen nicht selten dazu, dass man es dann doch lässt...
Ganz falsch, denn besonders für Rosen ist ein fachgerechter Schnitt besonders wichtig, denn dadurch können ein besseres Wachstum und eine bessere Blüte gefördert werden. Nicht zuletzt verringert ein luftiger und lockerer Wuchs auch die Gefahr eines Schädlingsbefalls.
Die richtige Zeit für den Rosenschnitt ist das Frühjahr. Einige Grundregeln dazu: Wichtig ist eine saubere und scharfe Rosenschere, Beet- und Edelrosen schneidet man im März/April auf bis ca. 20 cm über den Boden zurück. Der Schnitt erfolgt dabei ca. einen halben bis einen Zentimeter über einem sogenannten „Auge“ (Verdickung am Rosenstamm), den Schnitt immer schräg ansetzen, da so Regen- und Gießwasser gut ablaufen können.
Das richtige Timing
Ein gepflegter, dichter Rasen macht den Garten erst zum Garten. Kein Wunder daher, dass die Rasenpflege ein ganz wichtiger Punkt in der Garten-Frühjahrskur ist. Gestartet wird im März mit einer gründlichen Düngung, um dem durch Winterfrost ausgelaugten Boden neue Kraft zu geben.
„Häufige Fehler, die wir immer wieder sehen, liegen in der falschen Rasenpflege, gerade im Frühjahr. An der Spitze der Fehlerliste liegen dabei ein falsches Düngen und ein zu frühes Vertikutieren“, so Garten-Experte Flaschberger. Wird händisch gedüngt, so ist es besonders wichtig, dass der Dünger möglichst gleichmäßig über den gesamten Rasen verteilt wird. „Viele werfen den Dünger in wahren Schleuderbewegungen auf den Rasen, im Endergebnis führt das zu einer ungleichen Verteilung. Besser ist es daher, sich Zeit zu nehmen und langsam und gleichmäßig den Dünger auf den Rasen zu streuen.“ Ebenfalls wichtig: Sich an die Mengenangaben für den Dünger auf der Verpackung zu halten!
Achtung aber vor einem zu frühen Vertikutieren: Zwar mache Düngen bereits im März durchaus Sinn, so Flaschberger, vertikutieren sollte man den Rasen aber erst dann, wenn keine Gefahr mehr für Frosteinbrüche besteht. „Durch das Vertikutieren können Haarwurzeln des Rasens freigelegt werden und bei Frost erfrieren – kahle Stellen sind dann das Ergebnis.“









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