Mord in Hietzing

Nachbarn: "Er war der Schrecken unseres Hauses"

Wien
20.02.2011 19:13
Nach der Tötung eines 48-Jährigen am Samstag im Bezirk Hietzing hat die Polizei bereits einen Verdächtigen ausforschen können. Kurz nachdem die Leiche des 48-jährigen Thomas P. gefunden worden war, klickten für einen 28-jährigen Nachbarn die Handschellen – nach einer Flasche Wodka war das Verhör schwierig.

„Zuerst hat er Tom jahrelang ausgenützt – und als Dank dafür hat er ihn nun wahrscheinlich getötet!“ Viele Mieter im Hietzinger Mordhaus in der Waldvogelstraße sind ebenso traurig wie verärgert. Denn sollte der Verdächtige tatsächlich den Frühpensionisten Thomas P. erstochen haben, dann wäre das für sie „eine der feigsten, gemeinsten und abscheulichsten Taten. Begangen vom Schrecken des Gemeindebaus.“

Nachbar Rudi Z. (58) bricht fast zusammen, als er über die „Krone“ erfährt, dass sein Freund Tom kaltblütig ermordet wurde. Mit zehn Stichen in der Brust in genau jener Wohnung lag, wo er schon oft mit dem Mordopfer über das Leben geplaudert hat. Wahrscheinlich von jenem falschen Freund getötet, der direkt über ihm wohnt.

„Von einem nächtlichen Todeskampf habe ich gar nichts gehört oder mitbekommen. Ich nehme immer Oropax, weil ich sonst nicht einschlafen kann“, erzählt der Frühpensionist. Noch Samstagmittag, also zu der Zeit, als der Freund schon tot in seinem Blut lag, hatte er ihn noch per Handy zu erreichen versucht.

„Dabei war der Tom ein so herzensguter Mensch. Ein wahrer Pazifist. Obwohl er nicht mehr voll arbeitsfähig war, hat er in einem Blumengeschäft die Verrechnung gemacht und sich auch um seinen Sohn gekümmert. Einen Studenten, der in Graz lebt und natürlich immer wieder eine kleine Unterstützung vom Papa gebraucht hat“, erinnert sich Rudi Z.

Opfer soll seinem Mörder Geld geborgt haben
In seiner Gutmütigkeit soll der Ermordete auch seinem arbeitslosen mutmaßlichen Mörder immer wieder Geld geborgt haben. Ohne es natürlich je wieder zurückbekommen zu haben.

„Das wird die schlimmste Tagebucheintragung in meinem Leben“, denkt der 58-jährige Nachbar laut nach: „Mein Freund wird erstochen, und ich schlafe einen Stock tiefer seelenruhig in meinem Bett “

von Christoph Matzl, Christoph Budin, Michael Pommer (Kronen Zeitung) und wien.krone.at

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele