Zuwanderung

Forderung nach Arbeits-Erlaubnis für Asylwerber

Tirol
20.02.2011 16:36
"Ich werde immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, dass uns die Asylwerber auf der Tasche liegen. Daran ist der Staat aber selbst schuld, zumal Asylwerber nicht arbeiten dürfen. Und das ist für viele sicher ein Problem", sagt Meinhard Eiter, Nachfolger von Peter Logar als Tiroler Flüchtlingskoordinator (im Bild links mit Vorgänger Peter Logar (rechts) und Landesrat Gerhard Reheis), zur "Krone".

Mit 1. März wird sich der ehemalige Flüchtlingskoordinator Peter Logar in die Pension verabschieden. Logar wurde in den 90er-Jahren mit dem Aufbau der Flüchtlingskoordination beauftragt, aus der einstigen Ein-Mann-Stelle ist heute eine Abteilung mit 40 Mitarbeitern geworden.

Der Imster Meinhard Eiter ist Logars Nachfolger. Im Gespräch mit der "Krone" präsentiert er die aktuellen Zahlen. "In Tirol leben derzeit exakt 1.404 Asylwerber, wir erfüllen somit die Quote zu 91 Prozent – das sind 138 zu wenig", so Eiter.

Das Gros der Asylwerber kommt aus dem ehemaligen Russland, Afghanistan, der Türkei und Serbien. Betreut werden die meisten in den 17 Heimen, davon sind elf Selbstversorgerheime.

400 Personen leben privat. "Das private Wohnen wollen wir reduzieren, weil eine Person, die 110 Euro Mietzuschuss und 180 Euro Taschengeld pro Monat bekommt, in einem hochpreisigen Wohnland wie Tirol einfach nicht durchkommt", sagt Eiter. Und wer im Heim lebt, bei dem fallen zumindest keine Wohnkosten an.

Forderung nach Zugang zum Arbeitsmarkt
Eiter ist mit der Situation für die Asylwerber im Allgemeinen nicht zufrieden. "Sie dürfen nicht arbeiten – und das ist ein Problem. Der Arbeitsmarkt müsste – zumindest teilweise – geöffnet werden", fordert Eiter. Arbeiten gäbe es genug. Er denkt dabei neben diversen Hilfsorganisationen vor allem an den Tourismus: "Die Asylwerber könnten zum Beispiel Arbeiten übernehmen, die derzeit Saisonniers erledigen. Dadurch steigt ihr Selbstwertgefühl, außerdem würden wir das Vorurteil, die liegen uns nur auf der Tasche, wegbringen", sagt Eiter.

Er räumt auch noch gleich mit dem Vorurteil auf, dass alle Asylwerber kriminell sind: "Die Kriminalitätsrate unter Asylwerbern ist nicht höher als unter den Einheimischen. Und einer, der einen negativen Asylbescheid hat, ist noch lange kein Krimineller!" Doch wer kriminell wird, wird sowieso aus der Grundversorgung entlassen. "Das ist auch gut so – zum Schutz jener, die brav auf ihren Asylbescheid warten", schließt Meinhard Eiter.

von Markus Gassler, "Tiroler Krone"

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