11.07.2021 07:30 |

Bedrohung Stalkerware

Ist Ihr Handy verwanzt? So finden Sie es heraus!

Mit sogenannter Stalkerware können Laien ohne Programmierkenntnisse Smartphones abhören: Einmal unbemerkt installiert, halten solche Tools ihren Herrn jederzeit darüber auf dem Laufenden, was am Smartphone der Zielperson passiert. Doch es gibt Mittel und Wege, dieser Art der Überwachung auf die Schliche zu kommen …

Nicht nur für die Werbeindustrie und Geheimdienste sind Smartphones eine Informationsfundgrube, auch eifersüchtige Partner oder besorgte Eltern haben mitunter ein Interesse, Aktivitäten am Handy zu verfolgen. Sie können unbemerkt Stalkerware auf dem Gerät installieren und alles verfolgen, was Partner oder Nachwuchs auf seinem Smartphone treibt: SMS-Verkehr, Standort, Browser-Verlauf, Anrufe - nichts ist vor der Überwachung sicher.

Stalkerware gibt es für alle Betriebssysteme
Stalkerware-Tools gibt es für alle Betriebssysteme und Geräte: Windows-PCs lassen sich damit ebenso überwachen wie Smartphones. Die Software wird von einschlägigen Anbietern im Internet feilgeboten und oft gegen Monatsgebühr lizenziert, weiß man beim IT-Portal „Tarnkappe“.

Die Installation ist bei Smartphones nicht ganz unkompliziert, weil dafür Administratorrechte erforderlich sind. Oft wird Stalkerware daher im Zuge einer vermeintlichen Reparatur aufgespielt - oder gleich bei einem neuen Handy, das der Zielperson dann zum Geschenk gemacht wird.

Grundsätzlich sind Überwachungs-Tools nicht illegal und können - etwa bei minderjährigen Kindern - durchaus ihre Berechtigung haben. Ohne Einverständnis des Überwachten dürfen sie bei Volljährigen aber nicht genutzt werden - und die wird von den Überwachern in den meisten Fällen wohl nicht eingeholt. Oft fällt dem Überwachten gar nicht auf, dass auf seinem Smartphone Stalkerware installiert ist, doch es gibt Indizien, die auf die Existenz der unerwünschten Überwachungs-Tools hinweisen.

Achten Sie auf Daten- und Akkuverbrauch!
Ein solches Indiz kann der Datenverbrauch sein: Braucht man, obwohl sich am Nutzungsverhalten nichts geändert hat, von einem Monat auf das nächste plötzlich deutlich mehr Datenvolumen, könnte eine Stalkerware-App im Hintergrund Daten an den Überwacher senden.

Auch wenn das Gerät langsamer wird, der Prozessor scheinbar grundlos belastet und der Akku schneller leer wird, ist das ein Indiz für Stalkerware. Werden Anrufe abgehört, äußert sich das oft durch Hintergrundrauschen oder andere Geräusche beim Telefonieren. Wer unerklärlichen Datenverbrauch, rauschende Telefonate und mysteriösen Akkuschwund bemerkt, sollte sein Smartphone also genauer unter die Lupe nehmen.

Liste der installierten Apps überprüfen!
Hier ist die Liste der installierten Apps eine lohnende Anlaufstelle: Tauchen hier Programme auf, die man nicht kennt, zahlt sich eine Online-Recherche aus. Sie gibt schnell Aufschluss darüber, ob eine App etwa ein Hintergrundprozess des Betriebssystems ist - oder vielleicht doch unerwünschte Stalkerware. Apps, die für den Betrieb des Geräts nicht nötig sind und nicht gebraucht werden, sollte man deinstallieren.

Ist man sich nicht sicher, ob Apps im Hintergrund Daten absaugen, kann man überprüfen, ob das Gerät entsperrt und mit Administratorrechten versehen (Root bzw. Jailbreak) wurde: Dafür gibt es sowohl in Apples App Store als auch im Google Play Store entsprechende Tools. Ist das Handy entsprechend präpariert, könnte Stalkerware im Spiel sein. Am Laptop oder PC kann man auch mit gängigen Virenscannern nach solchen Tools fahnden.

Die Drahtzieher verraten sich mitunter selber
Hinweise auf die Existenz von Stalkerware am Laptop oder Smartphone können auch abseits des Geräts auftauchen, immerhin handelt es sich bei der Person, die diese installiert, meist um jemanden aus dem näheren sozialen Umfeld. Wenn im Familien- oder Freundeskreis also plötzlich jemand Dinge weiß, die er eigentlich nicht wissen kann, sollten die Alarmglocken schrillen.

Bester Schutz vor Stalkerware: Smartphones und andere Geräte sollte man möglichst nicht in die Hände Anderer geben, um ihnen keine Chance für die Installation solcher Tools zu geben. Braucht man doch einmal Hilfe, sollte man sich nur an vertrauenswürdige Personen wenden. Security-Basics wie sichere Passwörter, ein Virenscanner und zusätzliche Vorkehrungen wie ein VPN-Dienst können ebenfalls nicht schaden.

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