"Tod für Amerika"

Hunderttausende feiern 32. Jahrestag der Iran-Revolution

Ausland
11.02.2011 14:50
Hunderttausende Menschen haben sich am Freitag in Teheran zu der offiziellen Kundgebung der Feier des 32. Jahrestages der Iranischen Revolution versammelt. Diesmal rief die Menge nicht nur traditionelle Parolen wie "Tod für Amerika" und "Tod für Israel", sondern auch Slogans zur Unterstützung des "Begehrens nach Freiheit der Völker Tunesien und Ägyptens". Die Menge trug iranische Fahnen und Bilder des Gründers der Islamischen Republik, Ayatollah Khomeini. Ähnliche Kundgebungen waren in 800 weiteren Städten geplant.

Präsident Mahmoud Ahmadinejad rief in einer Ansprache auf dem riesigen Asadi-Platz (Freiheitsplatz) den Westen auf, sich nicht in die Geschicke Ägyptens und Tunesiens einzumischen. Zugleich äußerte er seine Unterstützung für die Proteste in Kairo. "Ich sage den Völkern und der Jugend der islamischen und arabischen Länder, insbesondere den Ägyptern: Seid wachsam. Es ist euer Recht frei zu sein, eure Regierung und eure Führung zu wählen", sagte der Präsident. "Die Islamische Revolution war ein Anfang mit einem offenen Ende und sollte nicht mehr als nationale, sondern vielmehr als globale Bewegung betrachtet werden."

Zugleich pries er die islamische Bewegung als einzig überlebensfähige Ideologie. "Die Ideologie des Marxismus ist zusammengebrochen, der Kapitalismus wird auch zusammenbrechen, da beide nicht zum Wohlstand der Menschen geführt haben", sagte er. Dafür aber sei die Islamische Revolution gekommen - das iranische Volk habe "Geschichte gemacht und ein globales Erwachen bewirkt".

Revolutionsgarden haben Opposition im Visier
Die Opposition verzichtete im Gegensatz zum Vorjahr darauf, zu einer eigenen Demonstration aufzurufen. Die Revolutionsgarden hatten am Mittwoch gewarnt, sie würden keine Proteste tolerieren. Zudem verweigerte die Justiz den Oppositionsführern Mehdi Karroubi und Mir-Hossein Moussavi die Genehmigung für eine Kundgebung am Montag aus Solidarität mit den Ägyptern.

Bei den Feiern wird an den Sieg der Islamischen Revolution am 11. Februar 1979 erinnert. An diesem Tag erklärte die Armeeführung die Anerkennung der provisorischen Regierung, die zuvor von Khomeini gebildet worden war, nachdem er am 1. Februar aus dem Exil in Paris nach Teheran zurückgekehrt war. Der Schah Mohammed Reza Pahlavi war bereits Mitte Jänner aus dem Land geflohen, nachdem es ihm nicht gelungen war, die monatelangen Proteste der Opposition niederzuschlagen.

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