Nach Auskunft der Entdecker kann der Fund des vierten Mittelfußknochens die langjährige Streitfrage endgültig klären, ob sich der Australopithecus afarensis ähnlich wie Schimpansen vierbeinig fortbewegte und noch häufig auf Bäume kletterte oder bereits den Übergang zum aufrechten Gang bewältigt hatte. Letzteres gilt als wichtiger Schritt der Evolution des Menschen.
Knochen gibt Hinweis auf Bogenform des Fußes
Für das Abrollen des Fußes und als Stoßdämpfer ist die Form der Mittelfußknochen, die zu den Zehen führen, von entscheidender Bedeutung. Das Fundstück AL 333-160 ist nach Forscherangaben der bisher erste entdeckte, komplette vierte Mittelfußknochen eines Australopithecus afarensis. Er gebe entscheidende Hinweise auf die Bogenform des Fußes und sei damit ein wichtiges Merkmal für die Fortbewegungsweise. Zu der Art Australopithecus afarensis gehört auch "Lucy", die ebenfalls vor rund 3,2 Millionen Jahren lebte und von der nur ein Teilskelett bekannt ist.
"Vorfahren bevorzugten Leben auf der Erde"
"Die Entwicklung von gebogenen Füßen war ein fundamentaler Wandel. Sie signalisiert, dass unsere Vorfahren das Leben auf Bäumen hinter sich gelassen haben und ein Leben auf der Erde bevorzugten", sagte Carol Ward von der Universität Missouri. Viele Menschen mit zu flachen Füßen bekämen Schwierigkeiten mit ihrem Bewegungssystem. "Bögen in den Füßen sind für unsere Vorfahren genauso wichtig, wie sie es für uns sind."
Viele Forscher nehmen an, dass "Lucy" bereits aufrecht ging. Auch ein 3,3 Millionen Jahre altes Skelett eines dreijährigen Kindes dieser Art zeigte Hinweise auf den aufrechten Gang. Es gab aber keinen Beweis, der dies in solcher Weise belegte wie der Fußknochen.
Die Grabungsstelle Hadar im Afrikanischen Grabenbruch ist eine der wichtigsten und ergiebigsten bei der Erforschung der Ursprünge des Menschen. Hier wurden auch die Überreste von "Lucy" gefunden.











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