04.07.2021 13:06 |

Ohne Gegenkandidaten

Rechtspopulistin Le Pen an Parteispitze bestätigt

Trotz massiver Verluste bei den erst kürzlich geschlagenen Regionalwahlen in Frankreich hat die Partei Rassemblement National ihre Chefin Marine Le Pen eindeutig in ihrer Funktion bestätigt. Die 52-Jährige sicherte sich bei der Wahl ohne Gegenkandidaten ihr mittlerweile viertes Mandat und möchte bei der nächsten Präsidentschaftswahl gegen Emmanuel Macron antreten.

Le Pen erzielte beim Treffen ihrer Partei Rassemblement National (RN) als Vorsitzende 98,35 Prozent der Stimmen, wie der Europaparlamentarier Jérôme Rivière am Sonntag via Twitter mitteilte. Le Pen führt bereits seit gut zehn Jahren die Partei, die früher Front National hieß. Medien zufolge will sie vom Herbst an den Vorsitz vorübergehend ruhen lassen, um sich auf die Präsidentenwahl zu konzentrieren, die im Frühjahr geplant ist. 2017 hatte sie im Endduell der Wahl um das höchste Staatsamt gegen Emmanuel Macron verloren.

Schlappe bei Regionalwahlen
Le Pen will am Sonntagnachmittag in einer Rede ihren Kurs erläutern und sich zu ihrer Präsidentschaftskandidatur im kommenden Jahr äußern. Bei den Regionalwahlen vor einer Woche war ihre Partei trotz guter Umfragewerte leer ausgegangen und konnte keine einzige Region für sich entscheiden. Le Pens Partei büßte 30 Prozent ihrer Wähler ein.

Die Parteichefin ist deshalb in Erklärungsnot. Die Parteispitze macht die niedrige Wahlbeteiligung, insbesondere unter Jungwählern und der Arbeiterschaft, für die Wahlschlappe verantwortlich.

Absage an radikale Botschaften
Obwohl einige Parteimitglieder nach Le Pens „Normalisierungs“-Strategie wieder eine radikalere Haltung gefordert hatten, dürfte die Vorgangsweise der Vorsitzenden nun nicht weiter infrage gestellt werden. Die 52-Jährige ist seit Jahren bemüht, sich vom rechtsextremen Erbe ihres Vaters Jean-Marie Le Pen zu distanzieren und den RN als normale politische Kraft zu etablieren.

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