Mitten im Hörsaal

Jusstudent prügelt auf deutschen Höchstrichter ein

Ausland
09.02.2011 11:00
In Passau ist ein Student während einer Vorlesung aufgesprungen, zum Rednerpult gelaufen und hat dem Vorsitzenden Richter des Zweiten Strafsenats des deutschen Bundesgerichtshofs, Thomas Fischer, mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der Jusstudent gab an, mit Fischers politischer Einstellung nicht ganz einverstanden zu sein - und das wollte er mit seiner Aktion zeigen.

Fischer hielt gerade einen Vortrag zum Thema "Die neue Rechtsprechung des Bundesgerichtshof zu den Grenzen des Lebens", als der 22-jährige Jusstudent - im mit 300 Zuhörern gefüllten Hörsaal - aufstand und Fischer angriff. Der Bundesrichter sei dabei am linken Ohr getroffen und leicht verletzt worden, konnte seinen Vortrag aber fortsetzen, berichtete die deutsche Polizei am Mittwoch.

Der Student konnte nach einem kurzen Gerangel von anderen Zuhörern überwältigt und bis zur Ankunft der Polizei festgehalten werden. Die Attacke war laut Polizei politisch motiviert. Der vorübergehend festgenommene junge Mann habe bei seiner Vernehmung angegeben, wechselnde politische Ansichten zu haben, derzeit jedoch mehr rechts orientiert zu sein. Er habe sich mit seinem Angriff gegen eine fortschreitende Unterdrückung und Entziehung der Lebensgrundlagen in Deutschland wehren wollen.

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