Filmreifer Coup

Gangster stürmen Casino - und holen nur Mini-Beute

Ausland
08.02.2011 20:56
In einem kinoreifen Szenario haben vier vermummte Schwerbewaffnete in der Nacht auf Dienstag das Casino im nordfranzösischen Dünkirchen überfallen. Wie die Leitung der Spielbank mitteilte, dauerte der Überfall nur wenige Minuten. Die Räuber seien mit "fast gar nichts" geflüchtet.

Die vier Täter hatte das Gebäude um 2.21 Uhr gestürmt, als sich rund 50 Kunden und etwa 20 Angestellte darin befanden. Sie forderten die Angestellten auf, die Schließfächer zu öffnen, wie die Chefin des Casinos, Christelle Simon, berichtete. Dies sei aber wegen des Sicherheitssystems, das die Öffnung nur zu bestimmten Zeiten erlaubt, nicht möglich gewesen. Nach Angaben eines Polizeisprechers flüchteten die Täter schließlich mit rund 7.000 Euro Bargeld, das noch nicht weggesperrt worden war.

Laut Casinoleitung feuerten die Täter mehrmals in die Luft und verletzten zwei Angestellte leicht mit Schlägen ihrer Gewehrläufe. Die Kunden blieben unversehrt. Die Räuber entkamen schließlich in einem Auto, in dem ein Komplize saß. Der örtlichen Präfektur zufolge wurden nach dem Überfall zwei Männer festgenommen.

Zweiter Überfall binnen 24 Stunden
Bereits in der Nacht auf Montag war ebenfalls in Nordfrankreich das Spielcasino von Saint-Amand-les-Eaux überfallen worden. Die Fahnder vermuten einen Zusammenhang zwischen den Taten. In den vergangenen zehn Monaten wurden damit sieben der 196 französischen Casinos Ziel von Überfällen. Bisher konnte die Polizei insgesamt acht Verdächtige dingfest machen.

"Casinos sind eine sehr leichte Beute. Sie sind einfacher zu knacken als ein Geldtransporter oder ein Geldautomat", sagte der Chef der Casino-Kette Tranchant, Georges Tranchant. Er forderte bewaffnete Wachen an den Eingängen. Bereits vor knapp einem Jahr war eine seiner Spielbanken in Basel in der Schweiz überfallen worden. Die Täter, die vermutlich aus Frankreich kamen, hatten damals Hunderttausende Schweizer Franken erbeutet.

Der Coup erinnerte an den spektakulären Raubüberfall auf ein Pokerturnier im Berliner Nobelhotel Grand Hyatt Anfang März 2010 (siehe Infobox). Vier maskierte Täter hatten das Hotel am Potsdamer Platz gestürmt und Sicherheitsleute sowie Angestellte mit Pistolen und einer Machete bedroht. Die Täter wurden gefasst.

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