28.06.2021 13:10 |

Rendi-Wagner-Abfuhr

Kritik aus der SPÖ an „letztklassiger“ Abstimmung

Nach dem desaströsen Wahlergebnis von SPÖ-Chefin Pamela Rendi Wagner vom Wochenende ist die SPÖ wieder einmal mit sich selbst beschäftigt. Der steirische Landesparteichef Anton Lang bezeichnete das Abstimmungsverhalten der Delegierten in einem Interview mit der „Steirerkrone“ gar als „letztklassig“. Rendi-Wagner hatte noch am Sonntagabend bekräftigt, trotzdem Parteichefin bleiben zu wollen.

Den Parteitag nicht kommentieren wollte hingegen der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Er verwies darauf, dass er persönlich nicht anwesend gewesen sei. Er wolle die Situation aber in der Parteivorstandssitzung nächsten Montag analysieren.

Kaiser will in Vorstandssitzung diskutieren
Angesprochen auf den roten Vorstoß zu möglichen Erleichterungen beim Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft und ob dieser zum vorliegenden Ergebnis beigetragen habe, meinte er: „Wir werden auch das diskutieren in unserer Parteivorstandssitzung. Ich glaube, dass es auch die Kultur einer Partei ist, dort zu diskutieren, wo der Platz dafür ist.“

Beteiligte sollen „in Selbstreflexion gehen“
Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) meinte am Rande eines Pressetermins, das Beste sei nun, wenn alle Beteiligten „in Selbstreflexion gehen und sich zuerst selbst hinterfragen und dann die Dinge neu diskutieren“.

Streichkonzert in Wahlkabine „stillos“
Klare Worte fand Lang, den das Wahlergebnis für Rendi-Wagner überraschte und enttäuschte: „Es ist doch einfach letztklassig, wenn bei ihrer Rede alle applaudieren und in der Wahlkabine dann ein Streichkonzert veranstaltet wird. Das finde ich stillos.“ Ihm sei es ein Rätsel, wie es überhaupt dazu gekommen sei, denn es habe genug Raum für Diskussionen gegeben.

Bei den anderen Parteien „knallten die Sektkorken“
Seine Unterstützung habe die Chefin jedenfalls, versicherte Lang, auch wenn er nicht immer mit ihr einer Meinung sei. Laut Lang ist das Ergebnis zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt gekommen, nämlich in einer Phase, in der es für die Sozialdemokratie wieder aufwärts gehe. Er glaubt, dass angesichts des Ergebnisses bei den anderen Parteien die Sektkorken geknallt haben.

Entscheidung „zur Kenntnis zu nehmen“
Für die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf ist die Entscheidung hingegen „zur Kenntnis zu nehmen“. Eisenkopf sieht bei der SPÖ derzeit keine Obmanndebatte. Rendi-Wagners Wahl sei eine demokratische gewesen, die Delegierten trafen diese Entscheidung.

In Oberösterreich, wo man im Herbst eine Landtagswahl zu schlagen hat, will man sich nicht mit „Führungsdebatten und Mutmaßungen“ beschäftigen, betonte SP-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer: „Wir sind in Oberösterreich sehr gut aufgestellt und ganz unabhängig von Wien für die Wahl gerüstet.“

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