Neue Gebühren

Radfahrer "blechen" für Großglockner Hochalpenstraße

Kärnten
05.02.2011 08:45
Radfahrer müssen ab Mai auf der Großglockner Hochalpenstraße eine Gebühr von fünf Euro berappen - wenn sie zur "Hauptverkehrszeit" von 9 bis 15 Uhr dort unterwegs sind. Diese Maßnahme sei aus Sicherheitsgründen erfolgt, da sich die Anzahl der Radfahrer in den vergangenen 15 Jahren "von 5.000 auf rund 20.000 pro Jahr erhöht hat", so eine Sprecherin der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG). "Wir wollen den Radfahrverkehr an die Randzeiten verlagern."

Die verstärkte Radfahrer-Frequenz führe zu einem erhöhten Verkehrssicherheitsrisiko und "unweigerlich zu einem erhöhten Unfallaufkommen", so Oberst Friedrich Schmidhuber, Leiter der Verkehrsabteilung im Landespolizeikommando Salzburg.

"Sicherheits- und Servicepaket für Radfahrer"
In den fünf Euro ist auch ein "Sicherheits- und Servicepaket für Radfahrer" inkludiert. Es beinhaltet unter anderem eine Unfallversicherung und Sicherheitstipps. Dieses Paket wird um einen Euro auch jenen Radfahrern angeboten, die außerhalb des zahlungspflichtigen Tageszeitraums die Straße benützen.

GROHAG-Generaldirektor Christian Heu bezeichnete die verkehrslenkende Maßnahme als "Grundlage für ein sicheres und faires Miteinander von allen Verkehrsteilnehmern". Außerhalb der Hauptverkehrszeit teilen sich die Radfahrer die Straße mit weniger motorisierten Fahrzeugen.

Radfahrerentgelt nicht ganz neu
Die neue Bestimmung tritt mit der Aufhebung der Wintersperre, also ab Mai, in Kraft. Bei der Eröffnung der Alpenstraße im Jahr 1935 betrug der Radfahrertarif übrigens einen Schilling. 1967 wurde das generelle Radfahrerentgelt aufgehoben. Die Benützung der Straße mit einem Pkw kostet heuer 29 Euro, mit einem Motorrad 19 Euro.

Im vergangenen Jahr zählte die GROHAG 178.775 Autos, 77.356 Motorräder und 5.430 Busse. Laut Statistik ereignen sich ein bis drei schwere Radunfälle pro Jahr. Die Dunkelziffer sei aber wesentlich höher, da nur die schweren Unfälle gemeldet würden.

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