Keine Auslieferung

Älteste Mörderin Österreichs darf in Polen bleiben

Österreich
03.02.2011 14:23
Die älteste Mörderin Österreichs, die in ihrer Heimat Polen untergetaucht war und Ende November festgenommen wurde, wird definitiv nicht ausgeliefert. Die 83-jährige Bronislawa J. ziehe den Strafvollzug in ihrer Heimat vor, gehe aus einem inzwischen übersetzten Schreiben der Staatsanwaltschaft Krakau hervor, sagte Hans Barwitzius, Sprecher des Landesgerichts Wiener Neustadt, am Mittwoch. Die Frau habe einer Auslieferung nicht zugestimmt.

Das Schreiben aus Polen war vergangene Woche eingelangt, musste aber noch übersetzt werden - was offenbar eine ganze Woche dauerte. Wie Barwitzius am Mittwoch außerdem mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft Krakau eine Ausfertigung des Urteils des Landesgerichts Korneuburg angefordert, das die Strafe - 18 Jahre Haft - ausgesprochen hatte.

Die Polin hatte im Oktober 2007 ihre Nachbarin in Korneuburg im Streit erschlagen. Dafür wurde sie im Jahr darauf rechtskräftig verurteilt. Aus gesundheitlichen Gründen wurde ihr aber schon nach kurzer Zeit eine Haftunterbrechung gewährt, die später durch ein Gutachten widerrufen wurde.

Die Frau ging aber nicht mehr zurück ins Gefängnis, sie war bereits im Ausland untergetaucht - laut ihrer Tochter befand sie sich auf Pilgerreise nach Rom. Daraufhin wurden im vergangenen November Fahndungsmaßnahmen eingeleitet und ein europäischer Haftbefehl erlassen. Ende November konnte schließlich in ihrer Heimat Polen verhaftet werden.

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