15.06.2021 12:20 |

Social Marketing

Influencer als Marketinginstrument für Startups

Startups haben es in der heutigen Medienlandschaft nicht einfach. Es ist sehr schwer, mit seinem Angebot aus der Masse herauszustechen und im großen Stil auf sich aufmerksam zu machen. Immer mehr Unternehmen versuchen ihr Glück deshalb in den sozialen Medien. Das große Ziel vieler Startups ist es dabei, einen bekannten Influencer oder eine Influencerin für sich zu gewinnen.

Soziale Netzwerke bieten neue Perspektiven für Startups
Ohne einen entsprechenden Werbeeinsatz schafft es fast kein Unternehmen, auf dem Markt mit seinem neuen Produkt oder seiner neuen Dienstleistung Fuß zu fassen. Früher war alles ganz einfach: Es gab ein bestimmtes Werbebudget und das wurde einfach auf Inserate in Tageszeitungen und Magazine und Plakate oder bei größeren Projekten auch auf Spots im Radio und im TV verteilt. Die Koordination hat dabei oftmals eine Media-Agentur übernommen.

In den Zeiten der Digitalisierung haben sich die Möglichkeiten zur Werbung vervielfacht. Damit verbunden ist aber auch die Tatsache, dass die alten Maßnahmen heute einfach nicht mehr greifen. Wer heutzutage Aufmerksamkeit erreichen möchte, kann nicht mehr nach dem guten alten „Schema F“ vorgehen, sondern muss entsprechend kreativ sein, um sich von seinen Mitbewerbern abzuheben.

Ohne soziale Netzwerke läuft dabei gar nichts. Die Kunst ist es dabei, einerseits die Zeichen der Zeit zu erkennen, und auf das jeweils richtige Medium zu setzen und andererseits zu antizipieren, wo die eigene Zielgruppe zu finden ist.

Die italienische Regierung hat sich beispielsweise den Einfluss bekannter italienischer Influencer zu Nutze gemacht und in sozialen Medien wie Instagram und TikTok positiv Stimmung für die Corona-Impfung verbreitet.

Immer mehr Unternehmen kaufen sich ihre Follower
Sich seine Fans auf Instagram & Co. zu erkaufen, zählt allgemein zu den eher umstrittenen Maßnahmen im Rahmen des Social Marketings. Viele Werbetreibenden halten es gar für unseriös, sich Follower zu kaufen.

Doch bei näherer Betrachtung ist es vor allem für Startups sinnvoll, beispielsweise Instagram Follower zu „kaufen“. Denn eine gewisse Grundmenge an Followern schafft für andere erst das Vertrauen, einem neuen Unternehmen zu folgen.

Das verhält sich ähnlich wie beim Besuch in einem Restaurant. Ein Garten voller leerer Tische ohne Gäste lädt wohl kaum dazu ein, dort Platz zu nehmen. Sind aber bereits ein paar Tische besetzt, findet in weiterer Folge ein reger Zulauf statt und schon bald ist der Gastgarten voll mit Gästen.

Glaubwürdigkeit ist die wichtigste Währung im Social Marketing
Den größten Erfolg erzielen Startups vor allem dann, wenn sie einen bekannten Influencer dafür gewinnen können, für das eigene Produkt oder die Dienstleistung zu werben. Die Netzberühmtheiten wie etwa Stephanie Davis oder Johannes Bartl haben über die sozialen Medien einen riesigen Einfluss auf ihre Gefolgschaft und gelten für diese als äußerst glaubwürdige Identifikationsfiguren.

Im Gegensatz zu klassischer Werbung bringen sie die Produkte jedoch nicht nur auf den Bildschirm, sondern sind gleichzeitig auch noch kompetenter Berater und Produkttester. Aus reiner Nächstenliebe wird allerdings kaum noch eine der bekannten Persönlichkeiten tätig. Die Erfolgreichen der Branche arbeiten mit entsprechenden Agenturen zusammen und lassen sich ihre Leistungen mittlerweile fürstlich honorieren.

Mit einem entsprechend großen Werbebudget ist es deshalb sehr einfach möglich, auch die bekanntesten Influencerinnen und Influencer für sich zu gewinnen. Das heißt aber noch lange nicht, dass sich deshalb auch automatisch der Verkaufserfolg einstellt. Denn die Zuseher lassen sich von ihren Idolen nicht so schnell einen Bären aufbinden und merken sehr schnell, ob jemand tatsächlich hinter dem jeweiligen Produkt steht oder Geld der einzige Grund ist, das Produkt mit einem strahlenden Lächeln in die Kamera zu halten.

Die Kunst ist es deshalb, den passenden Werbepartner für sein Startup zu finden. Auch hier hat in den letzten Jahren eine deutliche Professionalisierung des Marktes stattgefunden. Die Agenturen bieten mittlerweile ganze Kataloge vollgefüllt mit Influencern an und es ist nahezu für jede Branche in jeder Preisklasse etwas dabei. Tools im Internet wie Buzzsumo, Upfluence oder Traackr stellen mit ihren umfangreichen Daten zu vielen Influencern ebenfalls eine große Hilfe dar, um den oder die Richtige zu finden.

Dabei kommt es jedoch nicht immer nur auf die Quantität der Follower an, sondern auch auf deren Qualität im Zusammenhang mit dem zu vermarktenden Produkt. Eine Gefolgschaft von ein paar Tausenden Personen kann oftmals wesentlich wertvoller sein als ein Millionenpublikum, wenn die Zielgruppe entsprechend affin für das jeweilige Produkt ist.

Startups profitieren auf viele Arten von den Influencern
Die Influencer haben nicht nur eine hohe Werbewirksamkeit, sondern bieten darüber hinaus auch noch andere Features, von denen die Unternehmen profitieren. Besonders positiv wirkt sich beispielsweise aus, dass sie sehr nah an ihrer Zielgruppe sind.

Genau deshalb bekommen sie auch sehr schnell direktes und detailliertes Feedback zu den angebotenen Produkten von ihren Followern. Das hilft den Startups dabei, auf eventuelle Schwächen rasch reagieren zu können.

Wer wissen will, wie gutes Marketing mit Influencern aussieht, sollte sich von ein paar positiven Beispielen inspirieren lassen. Zu den erfolgreichsten Insta-Kampagnen zählt beispielsweise #LidlStudio, bei der der Lebensmittelhändler langfristig mit 20 unterschiedlichen Influencern zusammenarbeitet.

Ebenfalls sehr gelungen ist die Kampagne des Lebensmittelriesen Dr. Oetker, der im Sommer 2018 Influencer aus dem DIY-Bereich gewinnen konnte, die ihre persönlichen Eiskreationen mit den Produkten des Unternehmens gestalteten.

Eine gesunde Skepsis ist angebracht
Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Manche Startups bauen ihre komplette Marketing-Kampagne rund um einen bestimmten Influencer auf. Doch damit liefern sie sich auch den Launen und Macken dieser Person aus. Die Corona-Pandemie hat ein paar Beispiele geliefert, wo bekannte Persönlichkeiten dem Wahnsinn verfallen sind.

Deshalb ist es sinnvoller, gerade zum Start dieses Risiko zu streuen und mit mindestens drei bis fünf Personen zusammenzuarbeiten, die das Unternehmen promoten.

Influencer sind eine wirksame Maßnahme, um Bekanntheit zu erlangen. Vor lauter Euphorie, eine bekannte Online-Persönlichkeit für die Zusammenarbeit überredet zu haben, sollten Unternehmer allerdings daneben nicht auf weitere Werbeaktionen vergessen und ihre Hausaufgaben nicht vernachlässigen.

Dazu gehört beispielsweise die Suchmaschinen-Optimierung der eigenen Webseite sowie die Gestaltung von Werbetexten, die Neugierde für das neue Produkt wecken und in weiterer Folge die Begehrlichkeit zum Kauf schaffen.

Das Feld der Influencer etwas weiter stecken
Der Begriff „Influencer“ ist zwar erst wenige Jahre alt, die Tätigkeit an sich gibt es im Geschäftsleben jedoch schon seit Jahrzehnten. Denn im Grunde genommen handelt es sich dabei um nichts anderes als Fürsprecher für das eigene Unternehmen.

Genau aus dieser Definition heraus empfiehlt es sich, weitere Influencer auch außerhalb des virtuellen Raumes zu suchen. Dabei kann es sich zum Beispiel um Journalisten, Fachkräfte und Experten der jeweiligen Branche sowie Politiker und Promis aus Kultur und Sport handeln.

An diese Personen zu kommen, ist oft einfacher als angenommen. Denn schließlich kennt fast jeder irgendwen, der wen kennt.

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