27.05.2021 11:12 |

Von Trump genehmigt

Joe Biden verteidigt Ölbohr-Projekt in Alaska

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat am Mittwoch ein vom Energiekonzern ConocoPhillips geplantes Projekt zur Ölförderung in Alaska verteidigt, obwohl ein Berufungsgericht dieses im Februar blockiert hatte. Forciert wurde das „Willow“-Projekt laut Angaben des Magazins „Politico“ von Alaskas republikanischer Senatorin Lisa Murkowski während eines Treffens mit Biden am Montag. Das Vorhaben war im Oktober 2020 unter der Regierung von Bidens Vorgänger Donald Trump genehmigt worden.

„Willow“, wäre eines der ersten großen neuen Ölförder-Projekte in Alaska seit Jahren. Es soll fünf Bohrlöcher umfassen, aus denen ab 2024 zusammen bis zu 160.000 Barrel Rohöl pro Tag gefördert werden können. Dafür müssten aber unter anderem eine Landebahn und rund 500 Kilometer lange Pipelines gebaut werden. 

Bei einem Gerichtsverfahren verteidigte das US-Justizministerium jetzt die Entscheidung der Trump-Ära, das Projekt, gegen das Umweltschützer geklagt hatten, zuzulassen. Die argumentierten, man habe es verabsäumt, die Auswirkungen der Bohrungen auf Um- und Tierwelt angemessen zu bewerten und zu berücksichtigen.

Innenministerin sprach sich 2020 dagegen aus
Bidens Innenministerin, die Demokratin Deb Haaland, hatte sich noch im Mai vergangenen Jahres - sie war damals Mitglied des US-Kongresses - gegen das „Willow“-Projekt ausgesprochen. Gemeinsam mit vier demokratischen Kollegen hatte sie die Trump-Regierung aufgefordert, „weitere Maßnahmen“ für das Projekt auszusetzen und warnte vor „schädlichen Auswirkungen, die diese Entwicklung auf die einzigartige Umwelt haben könnte.“

Donald Trump war am Ende seiner Amtszeit bestrebt, noch den Beginn der Förderung von Öl und Erdgas in einem arktischen Naturschutzgebiet in Alaska ankurbeln. Das Innenministerium veröffentlichte Mitte November 2020 einen Aufruf an Öl- und Gasfirmen, innerhalb von 30 Tagen Gebote für die Verpachtung der Bohrrechte abzugeben.

Um Ausbeutung wird seit Jahrzehnten gestritten
Bei dem Gebiet handelt es sich um das Arctic National Wildlife Refuge im Nordosten Alaskas. In dem Gebiet werden erhebliche Rohstoffvorkommen vermutet. Über eine mögliche Ausbeutung der Bodenschätze dort wird seit Jahrzehnten gestritten. Trumps Regierung machte den Weg für Bohrungen mit einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 frei.

Zunächst sollen bis zu acht Prozent des Naturschutzgebietes für Bohrungen genutzt werden können, wie das Innenministerium im August vergangenen Jahres erklärte. Das Arctic National Wildlife Refuge umfasst eine Fläche von insgesamt rund 80.000 Quadratkilometer und ist damit fast so groß wie Österreich.

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