25.05.2021 09:01 |

Hofer „kurzsichtig“

Kickl untermauert Anspruch auf Spitzenkandidatur

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl hat am Dienstag im Ö1-„Morgenjournal“ seine Ambitionen auf die Spitzenkandidatur der Freiheitlichen bei den nächsten Nationalratswahlen unterstrichen. Im „Krone“-Interview mit Conny Bischofberger hatte sein Parteichef Norbert Hofer das Vorpreschen Kickls als „nicht sehr geschickt“ eingestuft. Kickl findet es „interessant“, dass eine ehrliche Antwort auf die Frage, ob man zur Verfügung stehe, „für manche ein Kulturschock“ sei.

„Ich gehe davon aus, dass man in der Politik richtig damit beraten ist, wenn man sagt, was man tut, und wenn man tut, was man sagt“, so Kickl in Richtung seines Parteichefs. Dass der Vorstoß in einer Phase, in der es die ÖVP nicht leicht habe, „handwerklich nicht sehr geschickt“ sei, wollte Kickl nicht gelten lassen.

„Kurzsichtige Fehlinterpretation von Hofer“
„Das ist eine kurzsichtige Fehlinterpretation von Norbert Hofer“, so Kickl. Wenn man eine allgemeine Lagebeurteilung vornehme, komme man zu dem Ergebnis, dass es in Wahrheit falsch wäre, wenn man sich diese Frage nicht stelle. Der politische Zustand im Land sei „alles andere als stabil“, das sei „natürlich“ auch dem „schlechten Zustand der ÖVP“ geschuldet. Kickl spielte dabei auf die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wegen mutmaßlicher Falschaussage im Ibiza-U-Ausschuss an.

Mit der Frage beschäftigen ist „vorausschauend“
Kickl sei kein Politiker, der sich von Ereignissen überraschen lasse, von denen man vorhersehen könne, dass sie kommen werden. Ein Seitenhieb auf ein mögliches vorzeitiges Ende der türks-grünen Koalition im Falle einer Anklage oder Verurteilung des Bundeskanzlers. „Ich glaube, sich mit der Frage (der Spitzenkandidatur, Anm.) auseinanderzusetzen ist verantwortungsbewusst, es ist strategisch richtig und es ist vor allem vorausschauend“, so der FPÖ-Klubobmann.

Denn falls es zu vorgezogenen Nationalratswahlen kommen sollte, müsse man sich mit dem Thema der Spitzenkandidatur auseinandersetzen. „Und da gibt es eben mehrere Optionen“, so Kickl.

Zu den wohl schon bald anstehenden Lockerungen (10. oder 17. Juni sind derzeit im Gespräch) sagte Kickl, dass es „eigentlich pervers“ sei, von Öffnungsschritten zu reden, wenn man davor den Grünen Pass etabliere, der ein „System der politischen Apartheid“ darstelle.

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