21.05.2021 06:00 |

App-Fiasko und mehr

Die Coronapolitik-Pannen nehmen kein Ende

Undurchsichtige Vergabekriterien, spontane Richtungswechsel und viele leere Versprechungen: Im Covid-Jahr ist seitens der Salzburger Landesregierung vieles schief gegangen. Oft mussten es zuerst die anderen Bundesländer vormachen, damit auch Salzburg auf den richtigen Kurs kam. Die „Krone“ lässt die politischen Pleiten und Pannen der Covid-Pandemie Revue passieren.

Wir erinnern uns: Am 29. Februar 2020 wurde der erste Covid-Fall in Salzburg registriert, am 16. März der erste Lockdown verhängt. Zu dieser Zeit wurden vom Land Unternehmen beauftragt, die die Abwicklung rund um Tests und Auswertung übernahmen. Ausschreibungen gab es nicht.

Die Kontaktpersonennachverfolgung lagerte man jedoch kurzerhand in die Bezirkshauptmannschaften und die Gemeinden aus. Die Konsequenz: Gemeindebedienstete, deren eigentliche Arbeit liegen blieb und die sich teilweise mit Excel-Listen und Word-Dateien herumschlugen. Die Konsequenz daraus ist noch spürbar: Die Entschädigungszahlungen werden über die Bezirkshauptmannschaften abgewickelt, sind aber noch immer nicht bei allen Antragstellern eingelangt.

Richtungswechsel endet in Schnellschuss-Aktion
Der kurzfristig anberaumte Massentest im Dezember floppte wegen mäßiger Beteiligung der Bevölkerung – man weigerte sich daraufhin jedoch, dauerhaft geöffnete Teststationen anzubieten.

In anderen Bundesländern – beispielsweise Wien – waren solche Stationen zu diesem Zeitpunkt schon Gang und Gäbe. Nach einem Sinneswandel entschloss man sich dann spontan vor den Weihnachtsfeiertagen doch, Teststationen zu installieren, deren Kapazitäten aber bei weitem nicht reichten. Beim Impfen war die erste Zeit von leeren Versprechen geprägt. Termine mussten abgesagt und Impfwillige vertröstet werden, obwohl sie laut öffentlichen Aussagen eigentlich schon längst eine Impfung haben sollten.

Auch nicht zu vergessen: Zettelwirrwarr, fehlende SMS-Bestätigungen, ein Hacker-Angriff. Am Mittwoch wurde mit Verspätung die App für Wohnzimmertests von Apple freigeschalten. Bei Google hängt die Applikation noch immer in der Warteschleife. Und: Es gibt bereits erste Betrugsversuche mit falschen Fotos. Wer trickst, wird künftig gesperrt. Es drohen auch rechtliche Schritte.

Marie Schulz
Marie Schulz
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