19.05.2021 12:38 |

FPÖ-Zwist geht weiter

Kickl legt Hofer bei Anklage nun Rücktritt nahe

Der Machtkampf an der Spitze der FPÖ geht weiter: Nachdem auch Parteichef Norbert Hofer Interesse an einer Spitzenkandidatur bekannt gegeben hatte, schießt Klubchef Herbert Kickl scharf gegen seinen Konkurrenten auf das Amt. Er legte Hofer einen Rücktritt als Dritter Nationalratspräsident nahe, falls dieser im Zuge der Asfinag-Causa eine Anklage ausfassen sollte. Dieser nimmt die verbale Attacke offenbar locker. Wenig später brachte sich auch Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp ins Spiel.

„Die Frage wird sich nicht stellen, weil ich immer korrekt handle“, konterte Hofer. Gegen den Parteichef der FPÖ ermittelt derzeit die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wegen des Verdachts der Geschenkannahme rund um die Bestellung eines Asfinag-Aufsichtsrates.

Eine tatsächliche Anklage hält Kickl für „nicht vereinbar“ mit Hofers hohem Amt, erläuterte er in der „Kleinen Zeitung“. Schließlich sei der Dritte Nationalratspräsident einer der höchsten Repräsentanten im Lande.

In der FPÖ hält man sich zu persönlichen Favoriten bedeckt
Warum er der Beste für den Job als Listenerster der FPÖ sei, beantwortete Kickl so: „Ich bin natürlich motiviert, einen Beitrag zu leisten, dieses Land wieder in eine Situation zu bringen, wo nicht der Schwanz mit dem Hund wedelt.“ Hofer reagierte am Dienstag ebenfalls nur knapp auf diese Aussage: „Über Kandidatenlisten wird gesprochen, sobald es Wahlen gibt.“ Ähnlich sehen das auch die Parteikollegen aus den Bundesländern - auch diese wollten sich zu diesem Zeitpunkt nicht klar zu ihrem Favoriten bekennen.

Auch Nepp bringt sich ins Spiel
Aber nicht nur Kickl, auch Wiens FPÖ-Chef Nepp sieht sich als potenzieller Spitzenkandidat. „Wenn die Partei das will, bin ich auch bereit, Verantwortung zu übernehmen“, teilte er Mittwochmittag mit. Wer im Endeffekt FPÖ-Spitzenkandidat werde, würden aber die Gremien entscheiden, betonte Nepp, der prompt Zuspruch des Obmanns des Rings Freiheitlicher Jugend, Maximilian Krauss, erhielt, denn: „Ich unterstütze Dominik Nepp natürlich bei allem, was er tut.“

Schon seit Monaten wird deutlich, dass die Doppelspitze der Freiheitlichen bei vielen Themen unterschiedliche Ansichten hat - die Gräben werden offenbar immer tiefer. Besonders beim Thema Pandemie waren Kickl und Hofer oft uneins. Zuletzt nahmen die beiden bei der Maskenpflicht im Parlament konträre Positionen ein.

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