Firmen sauer

Langes Warten auf Impfstoff abseits der Polit-Show

Zum Auftakt des betrieblichen Impfens im Lebensmittelhandel in Eberstalzell schlüpfte der Gesundheitsminister in seine alte Rolle. Viele Firmen in Oberösterreich schauen weiter durch Finger.

Ein Aufsteller vor dem Innovationszentrum der Hofer KG in Eberstalzell wies den Weg zur Impfstraße. Drinnen nahm Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein im Impfbereich Nummer zwei Platz, zog blaue Handschuhe über und verpasste drei Mitarbeiterinnen des Lebensmitteldiskonters Teil eins der Corona-Impfung.

Der Auftritt des Neo-Politikers, der erst Mitte April seinen Job als Hausarzt und Allgemeinmediziner an den Nagel gehängt hatte, leitete den Auftakt des betrieblichen Impfens im Lebensmitteleinzelhandel ein. 200 Hofer-Beschäftigte wurden am Montag in Eberstalzell geimpft, weitere 4400 sollen österreichweit an zwölf Standorten folgen. Ab Mittwoch legen auch Rewe, Spar und Lidl los. In den nächsten Wochen werden 70.000 Beschäftigte des Lebensmittelhandels geimpft.

„Es braucht weit mehr“
Oberösterreichs Gesundheitsreferentin Christine Haberlander, die Kritik an zu geringen Impfstoffmengen vom Bund für Oberösterreichs Betriebe geübt und damit erreicht hatte, dass die Voestalpine 12.000 Dosen bekam, begrüßt das aber nur als ersten Schritt: „Für eine faire Verteilung braucht es weit mehr Dosen für Oberösterreichs Industrie.“ Für andere Leitbetriebe bedient man sich in Oberösterreich derweil aus Impfstoff-Kontingenten des Landes. Dafür sind vorerst 32.000 Dosen vorgesehen. Diese Immunisierungen starten Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni.

Erste Firmen winken ab
Bei den Unternehmen ist viel Geduld gefragt. Da immer wieder Beschäftigte bereits abseits des beruflichen Alltags geimpft werden, ändert sich der Bedarf laufend. So hatten sich bei Feuerwehrausstatter Rosenbauer ursprünglich 570 Mitarbeiter angemeldet gehabt, nun reduzierte sich diese Zahl auf 350. Auch bei Kunststoffverarbeiter Greiner sorgt der allgemeine Impffortschritt für einen Rückgang bei den Angemeldeten: von zuvor 1500 auf aktuell 750. Einige Betriebe winkten mittlerweile sogar ab - für sie mache eine betriebliche Impfaktion keinen Sinn mehr. Andere Firmen lassen das Anmelde-Fenster weiter offen. Zeit ist ja noch...

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
Jürgen Pachner
Jürgen Pachner
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Donnerstag, 24. Juni 2021
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