12.05.2021 18:30

Weitere Frauenmorde

Maurer: „Reden über Opfer aber selten über Täter!“

Die vielen Frauenmorde in Österreich erschüttern das Land. Im EU-Vergleich stehen wir an der Spitze, die Politik muss dringend handeln. Aber reichen schärfere Sanktionen für die Täter und mehr Männerarbeit überhaupt aus? Das bespricht Moderatorin Raphaela Scharf mit der Klubchefin der Grünen, Sigrid Maurer, im krone.tv-Talk „Nachgefragt“.

Zahl der Frauenmorde in Österreich steigt weiter
Betrachtet man die Anzahl an Femiziden der letzten Jahre in Österreich, ist eindeutig ein Negativ-Trend zu erkennen: 2014 gabs 19 Frauenmorde, 2019 waren es schon 39 und in diesem Jahr sind es bereits 13. Damit befindet sich Österreich im EU-Vergleich an der Spitze. Allerdings werden in dieser Statistik „nur“ die wirklich durchgeführten Morde gezählt, dahinter verbirgt sich nämlich eine noch viel größere Zahl an Mord-Versuchen. Wie kann man diese negative Entwicklung stoppen? Sind die Strafen der Täter zu gering? Sigi Maurer betont: „Eine Strafe kann man erst dann verhängen, wenn es schon zu spät ist. Das nutzt nichts mehr für das Leben der getöteten Frau.“

Was muss die Politik tun?
Vielmehr geht es darum zu verhindern, dass es überhaupt so weit kommen kann. Und dafür muss die multiinstitutionelle Zusammenarbeit gestärkt werden, sprich: Die Regierung muss sich vermehrt von Expertinnen und Experten beraten lassen. Zusätzlich muss dringend mehr Geld in den Bereich investiert werden: „Wir haben ein ständig stagnierendes Frauenbudget gehabt, das sogar gekürzt wurde unter der türkis-blauen Regierung.“

Toxische Männlichkeit als Auslöser
Wir wissen, dass tief verankerte Geschlechter-Rollenbilder bei Männern Gewalt fördern, deshalb gilt es diese zu bekämpfen und innerhalb der Gesellschaft für die Gleichberechtigung aller Geschlechter zu sorgen. Männer brauchen in Krisensituationen Lösungen um ihre Probleme anders zu bewältigen als mit Gewalt. Der österreichische Gesundheitsminister, Wolfgang Mückstein, der auch für Männerberatung zuständig ist, will deshalb mit einer großen Kampagne auf die Möglichkeit von Männerberatungen aufmerksam machen und zusätzlich werden die Anti-Gewalt-Trainings, die an Schulen und Jugendzentren stattfinden, in Zukunft noch mehr gestärkt.

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