Guten Morgen

Mord mit Anlauf | Recht auf Zukunft

Mord mit Anlauf. Schon der neunte Mord an einer Frau allein in diesem Jahr in Österreich - mit einem Täter, der schon lange höchst auffällig war: Jener sogenannte „Bierwirt“, der sich nach sexistischen Postings gegen die Grün-Politikerin Sigrid Maurer mit dieser einen heftigen Schlagabtausch vor Gericht geliefert hatte. Jetzt erschoss er seine Ex-Lebensgefährtin vor den Augen der Kinder. „Es war ein Mord mit Anlauf“, kommentiert das in der heutigen „Krone“ unsere Gerichtsreporterin Gabriela Gödel, die auch darauf verweist, dass der mutmaßliche Täter kommende Woche wieder vor Gericht hätte stehen sollen, weil er jemand mit einem Elektroschocker bedroht hatte. „Warum“, fragt sich die Gerichtsexpertin, „gibt es kein Gutachten über seine Gewaltbereitschaft? Warum hat man ihn wegen Gefährlichkeit nicht eingewiesen?“ Und sie kommt zum Schluss: „Jetzt ist Handeln angesagt. Mittels umfassender Aufklärung für Männer, umfassendem Schutz für Frauen“ Ja, allerhöchste Zeit, bevor die nächsten weiblichen Mordopfer zu beklagen sind! 

Recht auf Zukunft. Ist das aufsehenerregende, sensationelles Urteil der deutschen Höchstrichter, die der Klage junger Leute recht geben, die das deutsche Klimaschutzgesetz für zu lasch halten, die feststellten, dieser Umstand verletze „die Freiheitsrechte junger Generationen“ und dem Gesetzgeber auftragen, er müsse die Klimaschutzgesetze nachschärfen - ist dieser Vorgang ein Modell für Österreich? Eher nicht, denn die rechtlichen Möglichkeiten gehen hierzulande nicht so weit. Aber auch hier fordern unsere Kinder und Enkel - wenn sie es schon nicht einklagen können - immer lauter ihr Recht auf eine lebenswerte Welt ein. Und das wird auch die Kanzlerpartei mit ihrem jungen Oberhaupt nicht ewig wegignorieren können. Auch wenn das Thema Klimaschutz durch die alles überschattende Pandemie zuletzt ein wenig in den Schatten gerückt war: Die ÖVP wäre gut beraten, beim heimischen Klimaschutzgesetz nicht, so wie es bisher aussieht, vorrangig Interessen einzelner Gruppen zu vertreten, sondern jene der Allgemeinheit. Denn auch in Österreich haben hoffentlich die Menschen - nicht allein die jungen - ein Recht auf Zukunft. 

Einen schönen Feiertag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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Mittwoch, 19. Jänner 2022
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