Bund lehnt ab

Landes-ÖVP will Ausbildungspflicht für Teenager

"Ich hoffe sehr, dass das nur ein Ausrutscher ist", spekuliert Thomas Stelzer, Klubchef der Landes-ÖVP, auf eine Sinnesänderung des Bundes, der die von seiner Partei geforderte Ausbildungspflicht bis 18 Jahre abgelehnt hat. In Oberösterreich haben derzeit 15 Prozent der Jugendlichen nur einen Pflichtschulabschluss.

Da ungelernte junge Leute am stärksten von Arbeitslosigkeit bedroht sind, will das in der Landesregierung für Bildung und Arbeitsmarkt verantwortliche ÖVP-Trio Josef Pühringer, Doris Hummer und Viktor Sigl ihren Anteil bis 2015 um ein Drittel senken. 90 Prozent sollen dann einen Lehr- oder Schulabschluss vorweisen können – ein Plan, den die ÖVP nur mit einer Bildungspflicht für realisierbar hält: Die Politik müsse Lehr- und Schulangebote garantieren, die Jugendlichen müssten – analog zur Schule – verpflichtet sein, sie zu nützen.

Ablehnende Haltung beim Bund
Der Bund akzeptiert nur die staatliche Pflicht zur Ausbildungsgarantie und lehnt die Forderung der Landes-ÖVP mit einer acht Seiten langen Auflistung bestehender Angebote für die 15- bis 18-Jährigen ab. "Sie sind klarerweise wichtig, aber es muss auch eine Verpflichtung der Jugendlichen geben, sich in ihrem eigenen Interesse einer Ausbildung zu unterziehen."

Darauf gehe der Bund gar nicht ein, sondern schmettere "Ideen und Forderungen der Länder" in der Bildungspolitik "immer wieder" ab: "Es kann nicht sein, dass nur durchgeht, was sich die Frau Bundesministerin ausdenkt, und alles andere zurückgewiesen wird", so Stelzer.

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Montag, 25. Oktober 2021
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