16.04.2021 09:00 |

Nachtgastronomie

„Wir blicken wehmütig nach England“

Die Gastro-Öffnung in Großbritannien ließ die Kassen in den Lokalen und Pubs in dieser Woche nur so klingeln. Von einem Einnahmenplus von 113 Prozent im Vergleich zum Vorjahr können die heimischen Bars nur träumen. Einen Fahrplan vom Bund gibt es nicht – die Clubs meistern die Krise auf unterschiedliche Weise.

Wo vor eineinhalb Jahren Salzburgs Jugend noch ausgiebig feierte, ist heute nur mehr ein dunkler Raum, in dem ein Putzkübel und eine abmontierte Glastür in der Ecke stehen. Das Vis á Vis – eine berühmt-berüchtigte Bar am Salzburger Rudolfskai – schließt seine Pforten für immer. Corona war aber nicht der ausschlaggebende Faktor: „Bei den Mietvertragsverhandlungen konnten wir uns mit dem Hausbesitzer nicht einigen“, meint Raheel Akhtar, Chef des Lokals. Aufgeben will der Hausherr aber nicht. „Wir suchen nach einer alternativen Location, wo wir wieder aufsperren könnten“, ergänzt sein Bruder Shakeel. Zwölf Jahre lang führten die Brüder den Betrieb.

Russ Bar musste wegen Corona dichtmachen
Auch die Russ Bar in der Gstättengasse ist seit Oktober geschlossen. Geschäftsführer Heinz Russ plant bereits etwas Neues, das aber erst kommenden Herbst spruchreif sein wird. Ans Schließen dachte Kurt Ranzenberger, Chef der zwei Lokale Shamrock und O'Malley's am Rudolfskai noch nie. Seine zwölf Mitarbeiter in den Pubs sind auf Kurzarbeit. „Wir schauen wehmütig nach England, wo die Leute wieder bei einem Bier zusammensitzen. Mehr als abwarten können wir nicht“, so der Gastronom. Seit mehr als einem Jahr lässt die Regierung die Nachtgastro-Szene nun bereits im Dunkeln, wie es weitergeht. Über Möglichkeiten, wie die Lokale und Clubs wieder aufmachen, können die Gastronomen nur spekulieren. „Wenn ich öffne, dann unter möglichst normalen Bedingungen. Keine Sperrstunde, keine Maskenpflicht“, so Franz Busta vom City Beats. Sinnvoll halte er eine Testpflicht oder auch ein „Feiern mit dem grünen Impfpass“, betont Busta. Von heute auf morgen könnte das City Beats aber nicht öffnen – wegen großer Umbauarbeiten braucht das Nachtlokal eine Vorlaufzeit von etwa vier Wochen.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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