12.04.2021 06:45 |

38-Jährige erstochen

Graz: Ehemann war vor Tat bei Lebensberatung

Vergangenen Mittwoch kam es in der Grazer Idlhofgasse zur Horrortat, wir berichteten: Ein Afghane stach etliche Male mit einem Messer auf seine Ehefrau ein, die 38-Jährige verblutete. Die vier Kinder (8, 12, 14 und 17 Jahre alt) werden vom Jugendamt betreut. Nun wurden neue Details rund um die Familie bekannt.

Im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 kam die sechsköpfige Familie aus Afghanistan nach Österreich. Polizeilich fiel der 43-Jährige bis zum vergangenen Mittwoch nicht auf, auch dem Jugendamt der Stadt Graz waren keinerlei Probleme in der Familie bekannt.

Hinter der verschlossenen Wohnungstür aber dürfte es mehrfach zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen dem Ehepaar gekommen sein. Immer wieder soll der Mann die 38-Jährige gequält und geschlagen haben. Das Opfer durfte die Wohnung auch kaum verlassen - nur die Kinder zur Schule zu bringen und ein Besuch in der Moschee waren ihr erlaubt.

Kontakt zu Nachbar verboten
Zudem war der 43-Jährige rasend eifersüchtig, so verbot er seiner Ehegattin auch den Kontakt zu einem Nachbarn. Seine Überzeugung, dass die beiden ein Verhältnis hätten, löste schließlich die Horrortat aus. Das gab der Mann, der nur gebrochen Deutsch spricht, bei der Polizeieinvernahme an. An weitere Details könne er sich aber nicht erinnern.

Ob die genauen Hintergründe, die zu dieser Schreckenstat geführt haben, jemals bekannt werden, steht in den Sternen. Sicher aber ist, dass der Täter schon länger mit psychischen Problemen kämpfte. So soll er vom Krieg und dem Erlebten in seiner alten Heimat traumatisiert gewesen sein. Ein pikantes Detail bringen nun „Krone“-Recherchen ans Tageslicht: Direkt vor der Tat Mittwochfrüh hatte der Afghane einen Termin bei einer Lebensberatung. „Ja, ich habe den Termin wahrgenommen“, bestätigte der Afghane. Unmittelbar danach ging er nach Hause in seine Wohnung im dritten Stock in der Grazer Idlhofgasse.

Tat in Polizeiinspektion gestanden
„Ich habe meine Frau umgebracht!“ Mit diesen Worten gestand der Mann kurz darauf seine Tat auf einer Polizeiinspektion. Die Frau wurde blutüberströmt am Küchenboden liegend von Beamten aufgefunden. Laut Obduktionsbericht wies das Opfer zahlreiche Messerstiche und -schnitte am Oberkörper auf, Tatwaffe war ein sichergestelltes Küchenmesser mit einer 18-Zentimeter-Klinge.

Da der Mann geständig ist und seine Angaben mit den Ergebnissen der Spurensicherung übereinstimmen, sind die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen. Jetzt ist die Staatsanwaltschaft am Zug. Der Afghane sitzt in der Justizanstalt Graz-Jakomini in U-Haft.

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