10.04.2021 18:02 |

Unglück in Eugendorf

Mahnwache für „Kati“: „Ihr Tod wird Leben retten“

Mit exakt 338 Luftballons erinnerte Sabine Koch-Peterbauer am Samstag an die Zahl der Verkehrstoten in Österreich im vergangenen Jahr. Die Henndorferin musste 2020 selbst einen tragischen Schicksalsschlag hinnehmen: Ihre Tochter verlor im Alter von 27 Jahren ihr Leben bei einem tragischen Unfall in Eugendorf.

Ein Jahr nach dem folgenschweren Unglück in Eugendorf kann Julian G. (29) die Mahnwache beim Schicksalsort an der Wiener Bundesstraße ohne Krücken besuchen. Am 10. April 2020 prallten er und seine Freundin Katrin, „Kati“ , (27) dort nach dem riskanten Überholmanöver eines Kombi-Lenkers (24) mit einem Firmenwagen gegen den Pkw des 24-Jährigen. Der 29-Jährige überlebte die Frontalkollision als einziger mit schwersten Verletzungen. Für seine Lebensgefährtin und den 24-jährigen Unfalllenker kam damals jedoch jede Hilfe zu spät.

Kampf gegen Raser zehrt an der Kraft von Mutter
Am Samstagvormittag bildeten mehr als 200 Salzburger wieder eine Menschenkette am Unglücksort für mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr. Ein Gongschlag gegen 11 Uhr läutete die Mahnwache ein. „Um diese Zeit ist der Unfall passiert“, erklärt die Mutter von Kati, Sabine Koch-Peterbauer mit leiser Stimme.

Seit dem Tod ihrer Tochter engagiert sich die Henndorferin für härtere Strafen gegen Autoraser. Ein entsprechendes Gesetzespaket dazu soll laut dem Bund noch vor dem Sommer in Kraft treten. „Ich bin froh, dass ich gehört wurde“, sagt Koch-Peterbauer darüber. „Ich merke aber auch, dass meine Kraft zu Ende geht.“

Der Kampf für mehr Umsicht beim Autofahren bleibt für sie dennoch eine Herzensangelegenheit. 338 Luftballons hat sie im Vorfeld der Aktion an die Teilnehmer verteilen lassen. „338 Menschen sind 2020 auf Österreichs Straßen gestorben. Jeder Ballon steht für einen Toten.“ Eine Frau ergänzt im Vorbeigehen: „Und jeder davon ist einer zu viel.“

Gleichwohl spendet der Mutter am ersten Sterbetag ihrer Tochter ein Gedanke Trost: „Der Tod von Katrin wird noch viele Leben retten.“

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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