28.10.2004 16:52 |

Hobbit lebte!

18.000 Jahre alter Hobbit

In einer Höhle auf der indonesischen Insel Flores haben Forscher Überreste einer bislang unbekannten Zwergmenschenart mit einem nur Grapefruit-großen Kopf ausgegraben. Der auf den Namen Homo floresiensis getaufte Vertreter der neuen Art war mit nur einem Meter Körperhöhe erstaunlich klein, berichten die Wissenschaftler.
Die Entdeckung einer neuen Menschenart, dienoch bis vor etwa 18.000 Jahren existierte, lasse vermuten, dassdie Gattung Homo nach der Auswanderung aus Afrika eine größereVielfalt aufwies als bislang angenommen.
 
Die Forscher um Peter Brown und Mike Moorwood vonder Universität von New England in Armidale (Australien)stießen bereits im September 2003 während Grabungsarbeitenin der Liang-Bua-Höhle auf das Skelett der erwachsenen Frau.Die schmale Statur und der kleine Schädel erinnern an eineafrikanische Gattung der Menschenartigen (Hominiden), die frühenAustralopithecinen. Schädel- und Kieferknochen stellten allerdingseine ungewöhnliche Mischung aus primitiven, moderneren undeinzigartigen Merkmalen dar. Insbesondere Eigenschaften des Gesichtsund der Zähne kennzeichneten das Skelett als zur GattungHomo gehörend.
 
Die Wissenschaftler vermuten, dass es sich beimHomo floresiensis um einen Abkömmling des Homo erectus handelt,aus dem sich wahrscheinlich auch der moderne Homo sapiens entwickelthat. Der Homo erectus verbreitete sich, beginnend vor etwa zweiMillionen Jahren, aus Afrika bis nach Asien und Europa. Der Theorieder Forscher zufolge entwickelten sich auf der Insel Flores einigeVertreter des Homo erectus - isoliert von ihren Artgenossen ­zu der nun entdeckten eigenständigen Art weiter.
 
Aus Anpassung geschrumpft
Die ungewöhnlich kleine Körperhöhe,die den Homo floresiensis deutlich vom Homo erectus unterscheidet,erklären die Wissenschaftler mit einer nachträglichenSchrumpfung als Anpassung an die neue Umgebung. Ein eingeschränktesNahrungsangebot könne etwa dazu führen, dass kleinereVertreter mit niedrigerem Kalorienbedarf von der Evolution bevorzugtwerden. Solche Vorgänge seien aus dem Tierreich bekannt.Tatsächlich fanden die Forscher an der gleichen FundstelleÜberreste primitiver Elefanten ­ ebenfalls geschrumpft.Diese Stegodon waren die einzigen großen Landsäugetiere,die während des Pleistozäns mit Homo floresiensis aufder Insel lebten.
 
"Zwerge" jagten Elefanten
Auch der Homo sapiens hatte in dieser Zeit bereitsden asiatischen Raum erobert. Die beiden Menschenarten lebtenalso eine ganze Zeit nebeneinander. Ob sie miteinander interagierten,ist allerdings unklar. Neben den Überresten der Elefantenfanden die Wissenschaftler auch Steinwerkzeuge. Sie lassen daraufschließen, dass die frühen Menschen ­ Homo sapiensoder Homo floresiensis ­ die Tiere gejagt haben.
 
Der Fund bestätige die Annahme, dass die GattungHomo in viel mehr Vertreter aufgespalten gewesen sei und der Stammbaumdes Menschen eher einem Busch gleiche, schreiben Marta Mirazónund Robert Foley von der Universität Cambridge (Großbritannien)in einem begleitenden Kommentar. Auch die Forscher um Brown undMoorwood rechnen damit, dass noch weitere Menscharten entdecktwerden.
Montag, 21. Juni 2021
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