28.03.2021 08:00 |

Corona-Nothilfe

Endlich ein Ort zum Durchatmen

Die anhaltende Krise wird für Familien zur Belastungsprobe, die oft in Gewalt endet. Wie bei Linda, die zum Glück Hilfe bekam. Helfen wir gemeinsam, damit mehr Betroffene Auswege finden.

Das Baby nuckelt am Fläschchen, schmatzt dabei. Linda (Name geändert) hält es sicher in ihrem Arm, schaut es an, lächelt sanft. Eine Szene, die friedvoller nicht sein könnte. Doch Linda hat die Hölle hinter sich. Dabei hätte das Jahr 2020 nicht besser starten können: Der lang ersehnte Kinderwunsch ging in Erfüllung, Linda wurde schwanger, ihr Mann bekam eine gut bezahlte Arbeit. Dann kam der erste Lockdown, er musste in Kurzarbeit. „Er war viel zu Hause, die Decke fiel ihm von Woche zu Woche mehr auf den Kopf“, erzählt Linda. „Er flüchtete in eine andere Welt - die des Alkohols.“

„Eine Kleinigkeit reichte, und er schlug zu“
Die Konflikte und Streitigkeiten wurden immer mehr: „Er war schon immer jähzornig, doch jetzt zeigte er eine Seite an sich, die ich nicht kannte. Eine Kleinigkeit genügte und er explodierte. Und schlug zu.“ Es wurde immer schlimmer. Zuerst versuchte Linda, seine Gewaltausbrüche mit der schwierigen Corona-Situation zu rechtfertigen. Doch sie fühlte sich wie im Gefängnis, das Leben mit ihrem Mann, der sie und das Ungeborene doch eigentlich lieben, umsorgen, schützen sollte, wurde immer mehr zur Belastungsprobe.

„Musste an das Kind denken“
Irgendwann konnte Linda es nicht mehr ertragen: „Ich musste ausbrechen, ich musste an das ungeborene Kind denken, das wir uns beide so gewünscht hatten.“ Sie nahm all ihren Mut zusammen, zog die Reißleine, packte ihre Sachen. Vorerst kam sie bei ihrer Familie unter, schlief auf der Couch. Doch wie sollte es weitergehen? Durch Zufall erfuhr sie vom Haus Mutter&Kind der Caritas in Vorarlberg. Ganz unkompliziert wurde sie dort aufgenommen: „Darüber war ich wirklich froh.“ Endlich war sie an einem Ort, wo sie durchatmen und sich auf die bevorstehende Geburt vorbereiten konnte.

Und nun? Ja, nun hält sie ihr Kind in Armen. Und beschützt es. Linda wünscht sich eine kleine Wohnung, einen Job und vor allem, dass ihr Kind sein Leben meistert. Vorerst aber muss sie noch kämpfen: Die Scheidung läuft, finanziell ist es sehr schwierig. Damit Menschen wie Linda und ihr Baby einen Ausweg und eine Zukunft haben, bitten „Krone“ und Caritas Sie um ihre Unterstützung im Rahmen unserer Nothilfe.

Hilfe für Sie

  • Sie brauchen dringend Hilfe, befinden sich in akuter Not? Die Caritas hat eine Corona-Nothilfe-Hotline eingerichtet: 05/177 6300, erreichbar Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr.
  • Beim „Plaudernetz“ ist man nicht einsam, da hat immer jemand ein offenes Ohr, unter 05/177 6100 täglich von 12 bis 20 Uhr erreichbar. Und die Plattform „Füreinand“ bringt Helfende und Hilfesuchende zusammen. Alle Infos zu den Initiativen gibt es unter fuereinand.at.
 Ombudsfrau
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Donnerstag, 15. April 2021
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