21.03.2021 08:00 |

Corona-Nothilfe

Mit psychischer Erkrankung in der Krise leben

Virus, Pandemie, Krise: Dinge wie diese sind schon für gesunde Menschen eine Herausforderung. Und umso mehr noch für jene, die psychische Vorerkrankungen haben. Die Erweiterung von Hilfsangeboten ist dank der Corona-Nothilfe von „Krone“ und Caritas möglich.

Sanfte Augen, offener, tiefer Blick und ein geheimnisvolles Lächeln. So empfängt uns Lena im Caritas Wohnhaus Zwettl (NÖ) für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Besser gesagt in der angeschlossenen Werkstatt der Tagesstätte, in der sie auch arbeitet. Mit ihrer Erkrankung geht sie offen um. Im Herbst 2015, nach der Matura, die sie mit Auszeichnung absolvierte, begann es: Psychose, Zwänge. „Ich musste mich ständig reinwaschen von den negativen Energien und Dämonen, die ich wahrgenommen habe und mich sonst bestraft hätten“, erinnert sich Lena.

Irgendwann war der Waschzwang so übermächtig, dass er ihr Leben bestimmte: „Mehrere Stunden pro Tag habe ich im Badezimmer verbracht.“ Es folgten Suizidversuch, Psychiatrie-Aufenthalt. Dann fand sie ihren Weg nach Zwettl: „Zuerst war ich skeptisch, aber dann sehr froh. Ich habe hier meinen Platz gefunden.“

Hilfe und Halt geben verschiedene Therapien
Die Pandemie ist eine Herausforderung für Lena: einerseits, weil die Tagesstruktur wegfällt, andererseits wegen der Beschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen. „Am Anfang hatte ich Angst vor dem Virus, aber auch vor der Situation an sich, dass alles zugesperrt ist“, sagt sie, „dass hier etwas Ungeheuerliches passiert, das aber nicht greifbar und unsichtbar ist.“ So wie ihr geht es vielen Menschen mit psychischen Vorerkrankungen. Sie können diese Situation oft nur mit psychologischer Unterstützung bewältigen.

Aufstockung des Hilfsangebots dank Corona-Nothilfe
Deshalb wurde in den Tagesstätten in Zwettl und Paudorf auch das Angebot an Gesprächstherapie und Kunsttherapie aufgestockt - speziell zur Verarbeitung der herrschenden Pandemie-Situation, die verschiedenen Therapieformen geben den Menschen Orientierung, Sicherheit, Halt. Möglich wurde die Angebotserweiterung durch die Corona-Nothilfe von „Krone“ und Caritas.

Ihre Gefühlslage hat Lena übrigens mit einer Bildgeschichte unter dem Titel „Unser wunder Punkt“ verarbeitet. Und sie wirkt bei der Entwicklung der Marke „Werkschatz“ mit - das sind Kunstwerke, die in den Tagesstätten entstehen. Um Menschen wie Lena Hilfestellungen wie diese geben zu können, bitten wir auch Sie um Ihre Hilfe - Dankeschön!

Hilfe für Sie

  • Sie brauchen dringend Hilfe, befinden sich in akuter Not? Die Caritas hat eine Corona-Nothilfe-Hotline eingerichtet: 05/177 6300, erreichbar Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr.
  • Beim „Plaudernetz“ ist man nicht einsam, da hat immer jemand ein offenes Ohr, unter 05/177 6100 täglich von 12 bis 20 Uhr erreichbar. Und die Plattform „Füreinand“ bringt Helfende und Hilfesuchende zusammen. Alle Infos zu den Initiativen gibt es unter fuereinand.at.
 Ombudsfrau
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Donnerstag, 15. April 2021
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