Entschädigungen

4,5 Millionen Euro: Patientenfonds ist zu„reich“

Auch abseits von Corona gibt es „offene Baustellen“ in Oberösterreichs Gesundheitswesen. Der oö. Patientenentschädigungsfonds hat viel Geld auf der hohen Kante, das die Inflation anknabbert. Außerdem könnten Spitalsträger mehr aus negativen Folgen von Behandlungen lernen, wenn sie Gutachten öfter zuließen.
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Oberösterreichs Patientenanwalt Michael Wall hat dem Landtag seinen Bericht über die Fondsjahre 2017 bis 2019 vorgelegt. Der oö. Patientenentschädigungsfonds nimmt gut eine Million € im Jahr ein (jeder Spitalspatient zahlt 0,73 Euro je Verpflegstag dafür), eine Spur mehr gibt er wieder aus. Aus den Anfängen vor 20 Jahren schleppt der Fonds aber einen Überschuss von etwa 4,5 Millionen Euro mit sich her, der in der aktuellen Zinsenlage real schrumpft. Wall möchte daher „noch mehr Personen erreichen bzw. zur Antragstellung bewegen“.

367 Fälle in drei Jahren
Für Patienten mit negativen Behandlungsfolgen, bei denen das Verschulden nicht geklärt werden kann, ist der Fonds oft die letzte (finanzielle) Rettung. 367 Fälle wurden in den drei Berichtsjahren entschieden, mehr als drei Viertel davon positiv. Der Höchstbetrag an Entschädigung ist 100.000 €.

Fehlerkultur fehlt
Landet ein Fall beim Fonds, so heißt das aber auch, dass medizinisch ungeklärte Situationen ungeklärt bleiben - oft weil davor ein Krankenhaus der Einholung eines unabhängigen Gutachtens nicht zugestimmt hat. Dann bleibe auch die Frage offen, so Wall, ob in der Auseinandersetzung zwischen Patient und Spital „tatsächlich Fehlerkultur und Qualitätsentwicklung einen ausreichenden Platz gefunden haben“. Kurz: Aus Fehlern muss man lernen wollen.

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