11.03.2021 00:01 |

Tiger und Bär gewinnen

„Wenn man einen Freund hat“: Janosch feiert 90er!

Janosch - ist das nicht der mit der Tigerente? Ja, ist er. Der erfolgreiche deutsche Bilderbuchautor und Illustrator feiert heute, am 11. März, seinen 90. Geburtstag. Der Ausnahmekünstler und Schöpfer von Tiger, Bär und Co. hat mit seinen Geschichten Generationen berührt und ist heute aus keinem Kinderzimmer wegzudenken. Aus diesem Anlass feiert auch der Tiger eine Riesenparty mit Günther Kastenfrosch, Tante Gans - und natürlich ordentlich Gänsewein. krone.at feiert mit und verlost Exemplare des Klassikers „Riesenparty für den Tiger“, den es jetzt erstmals als Pappausgabe in überarbeiteter Gestaltung gibt!

Viele von Janoschs Geschichten besitzen etwas Tröstliches. Als der kleine Tiger in einer davon klagt, wie schlecht es ihm gehe, sagt der Bär: „Halb so schlimm (...) Ich mach dich gesund“. Er kocht ihm Bouillon und zum Nachtisch gibt es Himbeeren aus dem Garten. Es ist diese herzenswarme, idyllische und einfache Welt, die seit Jahrzehnten Kinder und Erwachsene begeistert.

1931 wurde der Künstler als Horst Eckert im oberschlesischen Bergarbeiterort Zabrze im heutigen Polen geboren. Doch die Familie verließ die Heimat nach dem Zweiten Weltkrieg fluchtartig, bis sie schließlich in der Nähe von Oldenburg landete. Viele Jahre lebte Janosch auch in einem Häuschen am Ammersee. Dass er einmal berühmt werden würde, mehr als 300 Bücher schreiben und in rund 40 Sprachen übersetzt werden würde, das ahnte er damals nicht. Die Kunstakademie in München lehnte ihn ab. Und erste Bücher wie „Die Geschichte vom Pferd Valek“ waren kein Erfolg. Aus Wut habe er einen Racheakt geplant. „Ich wollte ein Kitschbuch machen“, bekennt er in dem BR-Film. „Es muss ein Kuschelbär dabei sein und der Bär muss eine Reise machen und er muss einen Freund haben. Und schon fangen die Weiber an, zu heulen.“

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"Wenn man einen Freund hat", sagte der kleine Bär, "der Pilze finden kann, braucht man sich vor nichts zu fürchten. Nicht wahr Tiger?'"

Oh wie schön ist Panama

Durchbruch mit „Oh, wie schön ist Panama“
Und tatsächlich: Das Büchlein „Oh, wie schön ist Panama“ von 1978 brachte ihm den Durchbruch. Auch andere Werke wurden populär, etwa „Kasper Mütze“ oder „Lari Fari Mogelzahn“. Doch Tiger, Bär und Tigerente wurde er nicht mehr los. Noch heute zieren sie Schnuller, Tassen, Socken, Freundschaftsbücher und vieles mehr. Ein lukratives Lizenzgeschäft der Janosch Film & Medien AG, an dem der Künstler aber offenbar kein Interesse hat. „Ich habe nichts damit zu tun, ich sehe das auch nicht, ist zu weit weg. Das ist eine andere Baustelle“, sagte er mal.

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"O Bär", sagte der Tiger, "ist das Leben nicht unheimlich schön, sag!" - "Ja", sagte der kleine Bär, "ganz unheimlich und schön." Und da hatten sie verdammt ziemlich recht.

Post für den Tiger

Den Schlüssel zum Erfolg sah sein ehemaliger Lektor und Verlagsleiter Hans-Joachim Gelberg − neben der künstlerischen Einmaligkeit − darin, dass kaum ein Autor der Kinderliteratur „so frei und ungefiltert erzählen kann (und mittlerweile auch darf) wie Janosch“. Janosch, der sich als Kind einen Tuschkasten mit den Farben Gold, Silber und Rosa wünscht, entwirft in seinen Kinderbüchern einfache Kulissen von Idylle und Abgrund zugleich. Mit bewusst unbeholfenem Strich zeichnet er seine Bilder, die einerseits voller Emotionalität und Sentimentalität, andererseits voll leiser Ironie und Widerstand gegen Instanzen und Obrigkeiten stecken. Für sein Werk wird Janosch unter anderem mit dem Prix Jeunesse International, dem Orden de Manuel Amador Guerrero von Panama sowie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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"Herr Janosch, was wäre eigentlich gewesen, hätten Tiger und Bär Smartphones gehabt? " - "Sie hätten Panama einfach gegoogelt und wären im Übrigen am Tisch sitzen geblieben."

Kolumne aus dem "Zeit"-Magazin im Juli 2015

Schrieb auch düstere Romane für Erwachsene
Dass Janosch auch Romane und Theaterstücke für Erwachsene verfasste und die pikanten Geschichten des französischen Adligen Marquis de Sade bebilderte - das wissen viele nicht. Diese Werke wurden verdrängt von seinen Kultfiguren aus der heilen Welt. Bei Tiger, Bär und ihren Freunden geht es lustig zu, frech, launisch, schadenfroh und wild. Sie rebellieren gegen die Obrigkeit, sind liebevoll und warmherzig. Das gute Essen kommt aus Wald, Fluss und Garten, etwa geschmorte Morchelpilze in pikanter Pfeffertunke oder Waldbeerenkompott mit Honig.

Eine Art Seelenpflaster für die Leser - und für Janosch selbst, der darin eine Welt schuf, von der er als Kind nur träumen konnte. Jahrzehntelang hatte er düstere Gedanken mit Alkohol betäubt, während er Bücher schrieb, die voller Lebensweisheiten waren. Etwa „Der Esel und die Eule“. Darin trägt der Esel seine Geliebte bei einer langen Reise auf dem Rücken und ist danach völlig abgemagert und kraftlos. „Aber was kann einen schon drücken, sitzt die Geliebte obenauf? - Wohl nichts, oder?“, heißt es lakonisch. Er habe mit dem Verstand aus seinem Kopf aussteigen müssen, vertraute er seiner Biografin Angela Bajorek an.

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Was gehört zum perfekten Fernsehabend dazu? Man braucht jemanden, mit dem man sich vor den Fernseher setzen kann. Und wenn man genau den Richtigen hat, braucht man eigentlich gar keinen Fernseher mehr.

Im Buch "Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!"

"Herr Wondrak, wie kommt man durchs Leben?
Inzwischen hat Janosch seinen Frieden gefunden. Seit mehr als 40 Jahren lebt er auf den Kanaren mit seiner Frau Ines, zufrieden mit dem, was er hat. Davon zeugen auch die Kolumnen, die er mehrere Jahre lang für das „Zeit“-Magazin schrieb und die vereint sind in dem Buch „Herr Wondrak, wie kommt man durchs Leben?“. Janosch zeige, wie man so einiges zuwege bringen könne, wenn man sich nur die Kraft bewahre, zu träumen, schreibt der Journalist Tillmann Prüfer im Vorwort. „Wer wirklich wagt, zu träumen, der kommt manchmal auch tatsächlich dort an, wo er sich hingewünscht hat.“

In einer Kolumne im Mai 2019 verriet Janosch sein Geheimnis für ein ausgeglichenes, zufriedenes Leben: „Nichts haben, nichts wollen, nichts wissen, nichts denken. Am besten setzt man sich dafür unter einen Baum.“ Einige von Janoschs Arbeiten sind derzeit auch im Karikaturmuseum Krems zu sehen: „Herr Wondrak von Janosch - Exkurs #6“ läuft bis 30. Jänner 2022.

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"Herr Janosch, wie sagt man Tschüss? Man dreht sich um mit einer Träne im Auge und sagt: 'Ich geh dann mal.'"

In einer Kolumne im "Zeit"-Magazin im November 2019

„Riesenparty für den Tiger“ gewinnen!
Janosch‘ 90. Geburtstag feiert die Verlagsgruppe Beltz passend mit einer ganz besonderen Neuveröffentlichung von „Riesenparty für den Tiger“: Der kleine Tiger hat Geburtstag. Alle sollen zu seiner Feier kommen: Günter Kastenfrosch, Tante Gans und Kaspar Mütze, der große dicke Waldbär, der Reiseesel Mallorca und viele andere mehr. So ein großes Fest braucht viel Vorbereitung! Und weil jeder mal Geburtstag hat, ist es gut zu wissen, wie man eine Riesenparty schmeißt, mit Gänsewein, einem fidelen Budenzauber und Ringelpiez.

Den Klassiker der Kinderliteratur gibt es jetzt auch als Pappe für Kinder ab 3 Jahren und in neuer Gestaltung - und auf krone.at zu gewinnen!

Das Gewinnspiel ist leider bereits vorbei!

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