03.03.2021 11:04 |

Hallen-EM

Andreas Vojta hat zweite Finalteilnahme im Visier

Andreas Vojta - der Dauerbrenner der heimischen Leichtathleten! Der Niederösterreicher, der im vergangenen Jahrzehnt national zahlreiche, einmalige Seriensiege aufweist, feiert in Torun an diesem Wochenende einen weiteren Meilenstein, seine seit 2011 sechste Teilnahme in Folge bei einer Hallen-EM! „Das Selbstvertrauen ist da! Im Training hat alles gepasst“, sagt Vojta, der nach Belgrad 2017 seine zweite Finalteilnahme über 3000 m schaffen könnte.

Obwohl der 31-Jährige derzeit wohl in der Form seines Lebens ist (Trainer Wilhelm Lilge: „Andi hat sicher das beste aerobe Niveau, das er je gehabt hat!“) wird es für ihn ein verdammt heißer Tanz in Torun. 40 Klasseläufer, darunter die Ingebrigtsen-Brüder Filip und Jakob (Nor) oder der aus Marokko stammende Mohamed Katir (Spa/heuer schon 7:35,29), haben für die 3000 m gemeldet. „Aber gerade über diese Distanz ist das Niveau heuer sensationell hoch“, weiß der von Wilhelm Lilge trainierte Athlet. So wird der Aufstieg vom Vorlauf (es wird wohl drei Vorläufe geben) ins Finale extrem schwer werden. Die gute Verfassung aber spricht für den Niederösterreicher, der für den Wiener Verein team2012.at startet.

Heuer schon starke Rennen
Mit seinem 5-km-Straßenlauf von Monte Carlo (korrigiert auf 13:48) und seinen starken 3000-m-Hallenrennen 2021 (7:51,50 in Mondeville und 7:54,18 in einem großen Solo bei den Staatsmeisterschaften in Linz) bewies er einmal mehr seine Klasse. „Mittel- und langfristig wurde es zuletzt immer besser, gerade im Vorjahr zeigte meine Leistungskurve deutlich nach oben.“ Bisher hat Andi Vojta heuer nahtlos an sein starkes Jahr 2020 angeknüpft und hat bewiesen, dass er seine 3000-m-Bestzeit von 7:51,17 (Madrid 2020) auch unter 7:50 drücken kann.

Aber er mahnt: „Früher war man mit einer Zeit von 7:50 im Spitzenfeld einer Hallen-EM dabei, heuer läuft die breite Spitze in Europa schon eine solche Zeit!“ Und ohnehin kann in einem Hallen-Rennen immer viel passieren. Es wird ein taktisches Geplänkel, dabei ist es auch ein wenig Glückssache, ob man diesen Samstag am späten Vormittag einen schnellen Vorlauf erwischt oder nicht. „Der Vorlauf wird echt knackig, ich habe aber ein gutes Gefühl.“

Rempeleien in der Halle
Angst habe er keine mehr, kein Wunder nach einem Jahrzehnt auf höchstem Niveau. 2017 lief er im 3000-m-Finale der Hallen-EM auf den starken zehnten Platz. Bei seinen vier weiteren Teilnahmen bei Hallen-Europameisterschaften schied er im Vorlauf aus - 2011 und 2013 über 1500 m, 2015 und 2019 über 3000 m. „In einem Vorlauf kann es hoch hergehen, da gibt’s immer wieder Rempeleien.“ Wie er aus eigener bitterer Erfahrung von Göteborg 2013 weiß. Ein Pole brachte ihn gleich nach der ersten Kurve zu Sturz. Vojta raffte sich damals nach einer Flugrolle bravourös auf, lief noch stark weiter. „Aber dennoch war es nach 50 Metern schon aus…“

Andi Vojta also könnte neben Medaillenhoffnung Ivona Dadic, die bereits am Dienstag nach Torun gereist ist, mit einer Finalteilnahme auch für eine gute rot-weiß-rote EM-Platzierung sorgen. Die weiteren fünf österreichischen Athleten, die Mittwoch mit Vojta zur EM anreisen, können allesamt ihre Vorläufe überstehen und das Semifinalteilnahme erreichen, was ein sehr schöner Erfolg wäre.

Hallen-Abschied von Beate Schrott
Sprinter Markus Fuchs, auch schon zum vierten Mal en suite bei einer Hallen-EM dabei, hat sich heuer zuletzt über 60 m auf seine Saisonbestzeit von 6,69 gesteigert. „Diese Zeit hat mir für Torun einen ordentlichen Schub gegeben.“ So könnte er, wie zuletzt 2019 in Glasgow, durchaus wieder das Semifinale erreichen. Im Frauen-Sprint möchte Leni Lindner, die sich in einer konstant guten Hallensaison auf 7,37 Sekunden gesteigert hat, „ihre heuer gezeigten Leistungen“ noch einmal abrufen. Susanne Walli könnte über 400 m bei ihrem zweiten EM-Start durchaus den Vorlauf überstehen.

Das Semifinale ist natürlich auch für die beiden Hürdensprinterinnen Beate Schrott (heuer 8,17) und die 2021 weiter verbesserte Karin Strametz (8,18) das angepeilte Ziel. Beate Schrott, Olympia-Siebente von London 2012, setzte sich als Ziel, in Torun „an die 8,10 Sekunden heranzulaufen oder sogar knapp darunter zu bleiben“. Dann stünde die 32-Jährige bei ihrer zweiten Hallen-EM-Teilnahme nach Paris 2011 in ihrem letzten Hallen-Rennen ihrer großen Kariere sicher noch einmal im Semifinale. Was ihr wirklich sehr zu gönnen wäre!

Olaf Brockmann

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