02.03.2021 06:00 |

Keine Änderung

Jüngere früher impfen: Nein von Kurz

Der Vorstoß von Landeshauptmann Wilfried Haslauer, die Jüngeren früher zu impfen, kommt bei den Bürgern nicht schlecht an. Das Bundeskanzleramt erteilt der Idee aber eine Absage.

Hohe Wellen schlug der Vorschlag von Landeshauptmann Wilfried Haslauer, jüngere Menschen früher als geplant zu impfen, da die Gruppe der Unter-35-Jährigen die höchsten Zuwächse bei den Corona-Fällen zu verzeichnet und diese damit das Virus schneller verbreiten. Eine „Krone“-Umfrage ergab, dass die Bürger der Idee etwas abgewinnen können. Auch bei den Hunderten Kommentaren auf krone.at fanden viele den Vorschlag gut. Natürlich gibt es auch zahlreiche, die sich mit dem Vorstoß gar nicht anfreunden können. Dazu gehört auch das Amt von Kanzler Sebastian Kurz. „Das Coronavirus kann gerade bei älteren Menschen und vulnerablen Gruppen einen sehr schweren Verlauf nehmen. Umso wichtiger ist es, dass gerade jetzt diese Menschen schnell geimpft werden und wir somit von Woche zu Woche immer mehr Altersgruppen erreichen. Das entspricht auch dem Impfplan, der gemeinsam mit den Landeshauptleuten beschlossen wurde“, heißt es aus dem Bundeskanzleramt. Eine Änderung wird es somit vorerst nicht geben. Haslauer wollte mit der Idee nicht in die Impfungen der Senioren und Risikogruppen eingreifen, aber eben über die Prioritäten nach dieser Gruppe diskutieren. Er kann sich in Zukunft auch einen eigenen Salzburger Weg bei der Impfreihenfolge vorstellen.

Impfungen zeigen bereits ihre Wirkung
„Es ist höchst erfreulich, dass die Infektionszahlen in den Pensionistenheimen deutlich zurückgegangen sind“, sagt Infektiologe Franz Allerberger von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES): „Bei den Menschen über 85 ist durch die Impfung ein drastischer Rückgang zu verzeichnen. Ich denke, die Entscheidung war also nicht schlecht. Im Sommer war die Inzidenz bei den jungen Menschen noch deutlich höher als jetzt.“ Markus Zeitlinger, Leiter der Wiener Universitätsklinik für Klinischen Pharmakologie: „Es stellt sich hier generell die Frage: Wie kann man mit einer begrenzten Menge an Impfstoff die meisten Leben retten?“ Denn natürlich sterben auch Jüngere an Corona. So gesehen geht es auf der einen Seite darum, die Ausbreitung einzudämmen, und auf der anderen Seite darum, Leben zu retten.

F. Roittner & S. Schober

 Salzburg-Krone
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