28.02.2021 07:16 |

Wartelisten abarbeiten

Notfallplan für Tauernklinik: „Win-Win-Situation“

Wegen der herben Ausfälle im Tourismus wird an den zwei Standorten des Tauernklinikums über Kurzarbeit für bis zu 550 Mitarbeiter nachgedacht. Nun sollen an den Pinzgauer Spitälern OP-Wartelisten der Landeskliniken abgearbeitet werden. „Dann kann die Kurzarbeit vielleicht abgefedert werden“, hofft der Zeller Stadtchef.

„Der Tourismus ist der Motor für unsere Region“, begründet Tauernklinikum-Geschäftsführer Franz Öller seine Entscheidung. Öller will rund 550 der rund 1000 Mitarbeiter an den beiden Standorten in Zell am See und Mittersill mit März zur Kurzarbeit anmelden. Allein im Jänner fehlten 1,4 Millionen Euro in der Kasse. Öller spricht von einer derzeitigen Überkapazität, die hohe Kosten verursache. „Ich muss als Geschäftsführer wie ein ordentlicher Kaufmann handeln“, betont Öller. Die weiteren Mitarbeiter sollen Überstunden und Urlaube abbauen.

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Ich muss als Geschäftsführer wie ein ordentlicher Kaufmann handeln

Franz Öller

Das Land übernimmt bereits 87 Prozent der finanziellen Abgänge. Geht es nach Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP), soll der Bund die restlichen 13 Prozent abdecken. „Wir prüfen das gerade“, betont Stöckl. Patienten auf OP-Wartelisten sollen zudem die Möglichkeit für eine Operation im Tauernklinikum bekommen. Darauf einigten sich Stöckl und der Zeller Stadtchef Andreas Wimmreuter (SPÖ). „Eine Win-Win-Situation“, wie Stöckl meint. Weil laut ihm für die Spitäler der gleiche Verrechnungstopf verwendet wird, sei die Maßnahme sehr einfach bürokratisch abzuweickeln. Der Stadtchef betont: „Dann kann vielleicht die Kurzarbeit abgefedert werden.“ Er hofft auf „sozial verträgliche“ Maßnahmen und, „dass die Versorgung der Bevölkerung aufrecht erhalten werden kann“. Der Betriebsrat müsse die Kurzarbeit jedenfalls absegnen.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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