17.10.2004 18:57 |

Schuld ist "Jeanne"

E-Vote in Florida gibt schon jetzt den Geist auf

Ein Probelauf sollte letzte Woche in Floridas Wahlbezirk Palm Beach Klarheit bringen über die Einsatzbereitschaft von elektronischen Touchscreen-Wahlmaschinen – und ging daneben. Schuld daran soll der Hurrikan sein. Droht ein neues Chaos bei den US-Wahlen am 2. November?
Ein Computerserver hatte seinen Dienst versagt.Dies sei möglicherweise eine Spätfolge des Wirbelsturms"Jeanne" (der Florida im September heimgesucht hatte), so dieMutmaßung einer Testleiterin. Der Hurrikan habe vermutlichdie Klimaanlage vorübergehend lahm gelegt, dadurch sei dieTemperatur im Serverraum auf über 32 Grad Celsius gestiegen,und das sei zu viel gewesen.
 
Angst vor dem Wahltag
Laut technischer Standards sollten elektronischeWahlmaschinen im Temperaturbereich zwischen -20 bis +60 Grad Celsiusdurchaus funktionieren. "Was passiert, wenn es am Wahltag einenWirbelsturm gibt oder Terroristen den Strom kappen?", zitiertdas US-Magazin Wired einen für die Wahlmaschinen-Standardsverantwortlichen Ingenieur. Und dieser weiter: "Das gesamte E-Voting-Systemist konzeptionell so weit weg von dem, was ich als akzeptabelerachte, dass ich niemals für dessen Einsatz gestimmt hätte."
 
Droht wieder Chaos?
Bei der Wahl droht zusätzliches Konfliktpotenzialdurch die Wahltechnologien. Etwa 14 Prozent der Wähler werdenihre Stimme mit jenen Stanzautomaten abgeben, die 2000 zum Chaosin Florida geführt hatten und 30 Prozent mit umstrittenenneuen als "hackeranfällig" geltenden elektronischen Maschinen,die größtenteils kein Papier ausdrucken. Nachzählungensind damit unmöglich.
 
 
Freitag, 14. Mai 2021
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