19.02.2021 11:41 |

Die aktuellen Pläne

500.000 Steirer sollen bis Sommer geimpft werden

Noch haben erst 45.000 Steirer eine Corona-Impfung erhalten, doch in den kommenden Monaten sollen es deutlich mehr werden. Bis zu 500.000 Menschen in der Steiermark sollen bis Ende Juni geimpft werden können, hoffen die Verantwortlichen im Land. Sie präsentierten am Freitag aktuelle Zahlen und den Ablauf der Impfung für die über 80-Jährigen, die am 2. März startet. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie viele Steirerinnen und Steirer haben bisher eine Corona-Impfung erhalten?
Laut Impf-Koordinator Michael Koren haben bis Freitagvormittag knapp 45.000 Personen die Erstimpfung erhalten, 31.000 davon auch bereits die Zweitimpfung. 

Wie ist die Impf-Situation in den Pflegeheimen?
Laut Koren gab es in allen 232 Heimen in der Steiermark bereits die Erstimpfung, in 125 auch schon die zweite Impfung - bis Anfang März soll der Rest folgen. Viele Heime haben aber die Bitte geäußert, für weitere Bewohner und Mitarbeiter Impfstoff bestellen zu können. Diese Möglichkeit gib es seit einigen Tagen, 48 Heime haben davon schon Gebrauch gemacht. Bis Ende März soll der Bereich Pflegeheime aber endgültig abgeschlossen sein.

In welchen Bereichen wird derzeit noch geimpft?
Derzeit werden laut Koren unter anderem Hochrisikopatienten (etwa Dialysepatienten), Mitarbeiter in Ambulatorien, Hebammen, Labor-Mitarbeiter der Gesundheitsagentur Ages und Mitarbeiter in den Nicht-Kages-Krankenhäusern geimpft. Nächste Woche gibt es eine Impfaktion für niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und Ordinationsteams. Auch Mitarbeiter in der mobilen Pflege, beim Roten Kreuz, Notärzte und Apotheker stehen nächste Woche am Plan. Ein rascher Schutz ist zudem für Patienten in der Onkologie und im Transplantationsbereich vorgesehen.

Viele Mitarbeiter in Gesundheitsberufen lehnen ja den AstraZeneca-Impfstoff ab, sie erachten ihn als weniger wirksam. Wer wird mit ihm geimpft?
Die unter 65-Jährigen im Gesundheitsbereich werden mit AstraZeneca geimpft, dazu auch Mitarbeiter in Reha-Kliniken und Kuranstalten, die 24-Stunden-Betreuer (diese Gruppe soll mithilfe der Wirtschaftskammer erreicht werden) sowie enge Kontaktpersonen von Schwangeren.

Wann geht es nun mit den über 80-Jährigen, die nicht in einem Heim leben, los?
Wie angekündigt am 2. März. Da stehen 27.000 Impfdosen zur Verfügung - genug für alle über 85-Jährigen, die sich angemeldet haben. Die Reihenfolge geht strikt nach Alter, den Beginn macht laut dem stellvertretenden Landesamtsdirektor Wolfgang Wlattnig eine 107-Jährige aus dem Bezirk Leibnitz.

Wie erfahren die Senioren, wann sie geimpft werden?
Nächste Woche sollen alle einen Brief erhalten, auch E-Mails und SMS werden verschickt. Alle jene, die sich bei einer Impfstraße impfen lassen (von den ersten 27.000 sind das circa 5000) erhalten einen konkreten Termin, denn sie aber noch telefonisch ändern können (die Telefonnummer wird nächste Woche bekannt gegeben). Alle jene, die sich vom Hausarzt impfen lassen wollen (immerhin 22.000 Personen), erhalten auch einen Brief, aber noch ohne Termin - den legt der Arzt fest.

Bis wann muss der Arzt impfen?
Bis zum 16. Mai muss das geschehen sein, betont Wlattnig. Oftmals werden gemeinsam mit den Gemeinden Impftage organisiert. Man habe ein eigenes Ärzte-Datenportal aufgebaut: Jeder Mediziner, der sich registriert hat, bekommt Listen der Angemeldeten.

Ist es egal, wie viele Senioren ein Arzt impft?
Leider nein. Bei der Pharmafirma Biontech/Pfizer gibt es eine Mindestbestellmenge von 18 Impfdosen. Erreichen Mediziner dieses Limit nicht, werden ihre Patienten automatisch auf Impfstraßen umgebucht, so Wlattnig. Allerdings haben die Ärzte noch bis Montagabend Zeit, sich abzusprechen und eventuell gemeinsam Bestellungen aufzugeben.

Was passiert mit einer Impfdose, wenn ein Patient plötzlich ausfällt?
Dann gibt es eine Warteliste mit Personen, die sofort angerufen werden müssen.

Wo gibt es die Impfstraßen?
An 22 der bestehenden Teststandorte in der Steiermark wird jeweils eine Impfstraße eingerichtet: Bad Aussee, Schladming, Liezen, Murau, Judenburg, Leoben, Eisenerz, Bruck, Mürzzuschlag, Mariazell, Hartberg, Fürstenfeld, Feldbach, Bad Radkersburg, Weiz, Gleisdorf, Gratkorn, Premstätten, Voitsberg, Deutschlandsberg, Leibnitz und Graz. Ausnahmen sind Kapfenberg, Eibiswald und Spielfeld. 

Wie ist die Impfstraße aufgebaut?
Im Empfangsbereich erfolgt die Anmeldung, dann gibt es zwei Impfkojen mit je einem Arzt, der auch die Aufklärung macht. Es folgt ein Wartebereich mit einem Sanitäter und einem Notfallkoffer: Biontech/Pfizer empfiehlt, 20 Minuten vor Ort wegen möglicher Impfreaktionen abzuwarten. In Summe sind sieben Personen im Einsatz (zwei Ärzte, zwei Sanitäter und drei Assistenzkräfte). „Securitys brauchen wir bei der Personengruppe der über 80-Jährigen noch nicht“, so der steirische Testkoordinator Harald Eitner.

Wie viele Steirer haben sich bisher für eine Impfung angemeldet?
Knapp 300.000, berichtet Wolfgang Wlattnig. Beim Land ist man mit dieser Zahl zufrieden und rechnet damit, dass noch viele dazukommen. „Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung steigt.“ Bis Ende des zweiten Quartals sollten weitere 800.000 Impfdosen geliefert werden, 400.000 Steirer können damit geschützt werden - mit den bereits Geimpften ergibt das eine knappe halbe Million.

Jakob Traby
Jakob Traby
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