Nach PISA-Schock

Pöttinger: Landesschulchef sollte zurücktreten

Das grandios schlechte Abschneiden österreichischer Schüler beim jüngsten PISA-Test sorgt auch im Land ob der Enns für Verwerfungen: Industriellen-Boss Heinz Pöttinger (Bild) ist über die "Reformresistenz" von Landesschulratschef Fritz Enzenhofer massiv erzürnt und fordert diesen auf, über seinen Rücktritt nachzudenken!

"Krone": Sie sind sonst ein eher diplomatischer Mensch...
Heinz Pöttinger: Das PISA-Ergebnis ist so eine Katastrophe, dass sich alle Landesschulräte in Österreich den Rücktritt überlegen sollten!

"Krone": Sie nehmen aber Enzenhofer speziell aufs Korn.
Pöttinger: Erstens bin ich Präsident der Oberösterreichischen Industriellenvereinigung (IV). Und zweitens sind viele Jahre hindurch die Sozialpartner – ÖGB, AK, Wirtschaftskammer und wir als IV – immer wieder bei Enzenhofer vorstellig geworden, weil die Leistungen der Schüler in den Basistechniken immer schwächer geworden sind. Doch Enzenhofer hat uns jahrein, jahraus für inkompetent erklärt und all unsere Vorschläge weggewischt.

"Krone": Und jetzt reicht's Ihnen.
Pöttinger: Enzenhofer sollte sich den Rücktritt überlegen, damit er dem dringend nötigen Reform- und Veränderungsprozess nicht länger im Weg steht. In jedem Unternehmen gäbe es nach einer dermaßen schlechten Bewertung nur diese Konsequenz im Management!

"Krone": Was sind Ihre wichtigsten Reformvorschläge?
Pöttinger: Schulleiter sollen sich ihre Mitarbeiter, die Lehrer, selbst aussuchen können. Das Verhältnis Lehrer-Schüler muss endlich in den Mittelpunkt gestellt werden; dort passiert das Lernen. Und die Schule muss endlich aus dem Sumpf des Parteienstreites und der ideologischen Auseinandersetzungen raus!

Kronen Zeitung

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Freitag, 04. Dezember 2020
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