16.02.2021 21:45 |

Nach dem Felsschlag

Jetzt rollen die Bagger beim Stadtarchiv an

Mehr als drei Wochen nach dem Felssturz beim Haus der Stadtgeschichte in der Glockengasse hat ein Bauunternehmen aus St. Gilgen die Arbeiten beim schwer beschädigten Lesesaal aufgenommen. Die vorläufigen Kosten betragen 230.000 Euro. Das Magistrat rechnet im September mit einem Ende der Arbeiten. Die Zeit bis dahin soll mit einem Notbetrieb überbrückt werden.

Baulärm dringt derzeit täglich aus dem verwüsteten Lesesaal des Stadtarchivs in der Glockengasse in Salzburg-Schallmoos. Nach dem Felsschlag bei dem Gebäude am Fuße des Kapuzinerbergs vor mehr als drei Wochen sind die Aufräumarbeiten nun in vollem Gang.

Der Abtransport des 60 Tonnen schweren Gesteinsmaterials aus dem hinteren Teil des Gebäudes gestaltet sich für den St. Gilgener Bauunternehmer Matthias Böckl jedoch als herausfordernd. Vor der Verladung müssen die Geröllbrocken zerkleinert werden. „Die Arbeiten finden auch nur zu zweit statt. Man hat schließlich keinen Platz“, schildert Böckl. Zum Schutz vor weiteren Steinschlägen ließ er die Bagger mit eigens angefertigten Sicherheitsumhüllungen ausstatten. Über „Glasspione“ im Kapuzinerberg sollen die Arbeiter zudem frühzeitig Hangbewegungen erkennen. „Das sind Streifen aus einfachem Fensterglas, die quer über Spalten platziert und mit Kleber an den Felsen befestigt werden. Wenn sich nur irgendwas rührt, bricht das Glas sofort“, erklärt Bergputzer-Chef Jörg Eßl.

Archiv so bald wie möglich mit Notbetrieb
Ein Ende der Räumaktion ist laut dem Chef des Unternehmens aus St. Gilgen erst in „drei bis vier Wochen“ in Sicht. So sind für den Abtransport der 20 Kubikmeter an Gestein „etwa zehn Lkw-Fuhren nötig“, wie Landesgeologe Rainer Braunstingl vorrechnet.

Nach den Räumarbeiten wollen die Mitarbeiter von Amtsleiter Peter Kramml in einen Notbetrieb übergehen. „Und das so schnell wie möglich“, wie Johannes Hofinger, der im historischen Archiv arbeitet, sagt (siehe Interview). Bis der Lesesaal Besuch wieder zur Gänze offen steht kann es jedoch noch dauern. „Wir rechnen erst im September mit einem Abschluss der Maßnahmen“, erklärt Tobis Fusban vom Amt für Hochbau. Die vorläufigen Kosten betragen laut Fusban rund 230.000 Euro. „Dabei handelt sich jedoch nur um eine vorsichtige Schätzung“, weist Fusban hin.

Bei dem Felssturz im Jänner donnerten 60 Tonnen Gestein durch die Glasfront des Archivs. Verletzt wurde niemand.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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