Guten Morgen

Der Pleitegeier kreist

Am Montag gibt es Lockdown-Lockerungen, doch locker ist kaum einer mehr, wie ausgiebige wie erschreckende Recherchen unserer Wirtschaftsredaktion zeigen, die wir hier auszugsweise bringen: Bis zu 73 Tage mussten viele Geschäfte im Vorjahr wegen Lockdowns zusperren, mit dem aktuellen werden es über 100 sein. Umsatzausfall: In Summe rund zehn Milliarden Euro, so eine Studie der Uni Linz. Dazu kommen unzählige Dienstleister vom Eventbereich bis zum Hochzeits-Fotografen, der gesamte Tourismus, Gastwirte usw. Düster ist auch das Bild im Modehandel. Mit Montag würden zwar die Läden öffnen, aufholen könne man die bisherigen Verluste aber nicht, so Branchensprecher Günther Rossmanith. Einige prominente Firmen wie Pimkie, Dressmann oder Adler hat es schon erwischt. „Bis zu 2000 weitere sind in ihrer Existenz gefährdet“, meint Rossmanith. Im Sporthandel leiden jene rund 750 Betriebe besonders, die vor allem von Touristen leben. Um das Geschäft zu retten, würden sich immer mehr Händler privat verschulden und z. B. das eigene Wohnhaus für einen neuen Kredit verpfänden. Der österreichischen Hotellerie entgehen im Lockdown wöchentlich 255 Mio. €. 

Auch gesunde Betriebe bräuchten jetzt Hilfen, die rasch ankommen müssen, betont Sprecherin Susanne Kraus-Winkler. Besonders prekär ist die Lage in den Städten. Hart getroffen hat es auch die Fitness-Branche. Die 1200 Betriebe bleiben vorerst geschlossen; auch die 30.000 Personaltrainer dürfen nicht arbeiten. Die etwa 9000 Friseur-Betriebe, die jährlich rund eine Milliarde Euro Umsatz machen, dürfen ab Montag wieder Kunden empfangen: „Ich rechne durch die neuen Covid-Regeln mit 20% weniger Umsatz“, so Peter Schaider, Boss der Strassl-Schaider-Kette. Da die Friseure drei Monate geschlossen waren, seien 25% des Jahresumsatzes unwiederbringlich verloren, die auch nicht durch Mehrleistungen eingebracht werden könnten. „Unsere Branche ist kapitalschwach und daher insolvenzgefährdet“, fügt Friseur-Sprecher Wolfgang Eder hinzu. Dass es bis dato noch nicht zu mehr Insolvenzen kam, führt der Kreditschutzverband 1870 auf die Staatshilfen zurück. Für heuer erwartet man jedoch einen Anstieg um 20 bis 25% im Vergleich zu 2019. Die OeNB zeichnet ein noch trüberes Bild. Dort gehen die Experten trotz der Hilfsmaßnahmen von insgesamt bis zu 30.000 Firmenpleiten in Österreich bis Ende 2022 aus. Die gesamte Geschichte lesen Sie im Blatt und auf krone.at.

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Dienstag, 21. September 2021
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