Lange OP-Wartezeiten

Spitälerreform-Bilanz lässt brisante Fragen offen

Nächste Woche knöpft sich ein Landtagsausschuss die Expertenbilanz über die 2010/11 eingeläutete Spitalsreform im Land vor - wir haben ja über Hauptergebnisse (829 Betten eingespart, 1,5 Milliarden € Kostendämpfung erwirkt) berichtet. Die SPÖ sieht einige brisante Fragen unbeantwortet.

Peter Binder, SPÖ-Gesundheitssprecher, legt die Finger in ein paar offene Wunden. Ein Beispiel: „Die Spitalsreform hat keine echten Effizienzsteigerungen im Betrieb gebracht, ganz im Gegenteil sind die Wartezeiten auf OPs mindestens gleich lang geblieben.“ Die Unzufriedenheit der Wartenden schlägt sich im Monitoring aber - mangels Abfragens - nicht nieder.

Personalmangel
Zugleich seien die Zeitguthaben der Beschäftigten aus Überstunden und nicht verbrauchtem Zeitausgleich bzw. Urlaub, Symptome des Personalmangels, kräftig gestiegen. Binder: „Allein in der Gesundheitsholding des Landes haben sich - vor Corona! - über eine Million solcher Mehrstunden angesammelt, was dem Normalarbeitsumfang von etwa 700 Vollzeitbeschäftigten entspricht.“

Keine Befragung
Apropos Beschäftigte in den Spitälern: „Mir fehlt seit zehn Jahren eine standardisierte, anonymisierte Befragung der Beschäftigten selbst, wie sie mit den Reformmaßnahmen zurechtkommen“, ergänzt Binder seine Diagnose.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Dienstag, 28. September 2021
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