03.02.2021 13:00 |

Festival findet statt

Auferstehung der Kultur mit den Osterfestspielen

Der Krisenmodus ist gestoppt, die Salzburger Osterfestspiele versprühen wieder Optimismus. Das Festival soll von 2. bis 5. April mit einer Verschlankung auf lediglich vier Konzerte sowie einem wohldurchdachten Sicherheits- und Hygienekonzept stattfinden – ähnlich wie es bei den Sommerfestspielen 2020 der Fall war.

„Wir dürfen nicht vor Angst erstarren“, sprach Osterfestspiel-Intendant Nikolaus Bachler am Dienstag nach mehreren dringlichen Sitzungen ein Machtwort. Gerade in der Krise müsse man erfindungsreich sein und das, was möglich und erlaubt ist, weiterentwickeln. Das Festival soll also von 2. bis 5. April in reduzierter Form mit vier statt zehn Veranstaltungen stattfinden – inklusive einem Hygienekonzept, wie es sich schon bei den Sommerfestspielen 2020 bewährt hat.

Star-Pianist András Schiff scheint nicht mehr im Programmheft auf, ebenso wie Bachs h-Moll-Messe unter Philippe Herreweghe. Bitter für die vielen Opern-Fans: Da vorrangig Projekte mit großer Besetzung gestrichen wurden, fiel auch Puccinis „Turandot“ dem Rotstift zum Opfer. Aber: Die Stars dieser Oper – Anna Netrebko, Golda Schultz und Yusif Eyvazov – kommen trotzdem nach Salzburg und singen am Ostermontag ein Galakonzert, für das zumindest einige Arien aus „Turandot“ geplant sind.

Geklärt haben sich mittlerweile alle offenen Fragen zum Residenzorchester. Die Sächsische Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann wird ihre Proben großteils unmittelbar vor den Osterfestspielen in Salzburg abhalten, ist also unabhängig von den hohen Corona-Inzidenzzahlen in der Heimat. „Durch die Turandot-Absage bleibt dafür genügend Zeit“, heißt es dazu von den Osterfestspielen. Zumal das Orchester neue Programmpunkte wie das Mozart-Requiem mit dem Bachchor oder Beethovens Sinfonie „Eroica“ im ständigen Repertoire habe. „Das sind Stücke, die die Staatskapelle im Schlaf spielen kann“, sind die Organisatoren zuversichtlich.

Komplettiert wird das Star-Ensemble der Osterfestspiele 2021 durch Geigerin Hilary Hahn, Gastdirigent Antonio Pappano und Pianist Denis Matsuev (mit Edvard Griegs Klavierkonzert). Bleibt eine Frage: Hat das Festival durch die Verschlankung zu viel an Attraktivität eingebüßt? „Solche Vorwürfe finde ich in Zeiten wie diesen lächerlich. Wir tun alles, um dem Publikum überhaupt etwas anbieten zu können. Dramaturgische Diskussionen führe ich gerne wieder, wenn sich die Situation verändert hat“, kontert Intendant Bachler scharf. Man mache alles Mögliche, um (nicht nur symbolisch) wichtige Zeichen zu setzen. Osterfestspiel-Aufsichtsrätin Sarah Wedl-Wilson unterstreicht die Bedeutung für die ganze Szene: „Wir feiern zu Ostern eine Auferstehung der Kultur.“

Thomas Manhart
Thomas Manhart
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Donnerstag, 23. September 2021
Wetter Symbol