Mutiges Island

25 Normalbürger arbeiten neue Verfassung aus

Ausland
30.11.2010 21:57
25 zumeist einfache Bürger sollen die neue isländische Verfassung ausarbeiten. Der isländische Rundfunk berichtete am Dienstag über die offiziellen Ergebnisse der Abstimmung zur verfassungsgebenden Versammlung, wonach 15 Männer und zehn Frauen in das Gremium gewählt wurden. Zu ihnen zählen demnach ein Schriftsteller sowie ein früherer Nachrichtenmoderator. Die meisten Mitglieder stammen aus dem Großraum Reykjavik, hieß es in dem Bericht.

Am Samstag hatte sich insgesamt 522 Kandidaten aus allen Schichten zur Wahl gestellt, nur 35,95 Prozent der Stimmberechtigten nahmen teil. Die Hürden für eine Kandidatur waren niedrig: Interessenten mussten mindestens 18 Jahre alt sein und von mindestens 30 Menschen unterstützt werden. Mitglieder politischer Parteien waren nicht unter den Kandidaten. Nachdem die Finanzkrise von 2008 das einst wohlhabende Island in den Ruin getrieben hatte, ist die Bevölkerung des nordischen Inselstaates nicht gut auf die politische Klasse zu sprechen.

Die Versammlung soll ab Mitte Februar über eine neue Verfassung für Island beraten. Die Beratungen sollen zwischen zwei und vier Monaten dauern. Das Parlament hat bei der Verabschiedung des Entwurfs das letzte Wort. Der neue Text soll die derzeit geltende Verfassung ablösen, die sich Island nach seiner Unabhängigkeit von Dänemark 1944 gegeben hatte und die seitdem in sechs Überarbeitungen nur leicht abgeändert worden war.

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