Kaltblütig ermordet

Mord an “Polizei-Heldin” schockt Mexiko

Ausland
30.11.2010 14:37
Im Norden Mexikos ist nur einen Monat nach ihrem Amtsantritt die Polizeichefin der Kleinstadt Meoqui ermordet worden. Bewaffnete lauerten Hermila Garcia Baeza (im Bild links) an einer Autobahn auf und erschossen sie, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Rechtsanwältin leitete die Polizei in der 21.000-Einwohner-Stadt im Zentrum des Bundesstaates Chihuahua. Ihre Leiche wurde in der Nähe ihres Autos gefunden.

Die 38-jährige Garcia war eine von drei Polizeichefinnen im Norden Mexikos, wo sich Drogenkartelle einen blutigen Kampf um die Schmuggelrouten in die USA liefern. 

Erst Ende Oktober hatte in der Nähe von Meoqui die 20-jährige Kriminalistikstudentin Marisol Valles (im Bild rechts) ihr Amt als Polizeichefin angetreten und damit weltweit für Schlagzeilen gesorgt (siehe auch Infobox). Die verheiratete Mutter eines Babys hatte die Stelle angenommen, nachdem sich kein anderer dafür fand. Unweit von dort ist auch die 28-jährige Erika Gandara die alleinige Vertreterin der Polizei - alle Kollegen wurden ermordet.

"El Farmero" ordnete Tausende Morde an
Ein am Samstag in Ciudad Juarez festgenommener Anführer des berüchtigten Aztecas-Drogenkartells sagte nach Polizeiangaben vom Montag, er habe 80 Prozent der Tausenden in den vergangenen zwei Jahren erfolgten Morde in der Grenzstadt angeordnet. Der 32-jährige Arturo Gallegos Castrellon alias "El Farmero" habe gestanden, an einigen der größten Blutbade beteiligt gewesen zu sein.

Ciudad Juarez ist die gefährlichste Stadt Mexikos. Allein in diesem Jahr starben dort 2.700 Menschen. Am Montag gaben die Behörden den Fund eines weiteren Massengrabes in der Stadt bekannt, in dem 18 Leichen entdeckt wurden.

Einige Erfolge gegen die Drogenkartelle
Die mexikanischen Behörden haben im Kampf gegen die Drogenkartelle in diesem Jahr mehrere Erfolge verbucht. Im August fassten sie den mutmaßlichen Drogenboss Edgar Valdez alias "La Barbie". Im September ging den Fahndern der mutmaßliche Anführer Sergio Villareal, genannt "El Grande", ins Netz. Anfang November wurde einer der Bosse des Golf-Kartells, Ezequiel Cardenas Guillen alias "Tony Tormenta", bei einer Schießerei von Soldaten getötet.

Seit Beginn einer Regierungsoffensive gegen den Rauschgifthandel im Dezember 2006 starben im ganzen Land mehr als 28.000 Menschen. Die Regierung setzt im Kampf gegen die Drogenbanden zur Unterstützung der Polizei mehr als 50.000 Soldaten ein.

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