01.02.2021 12:30 |

Stundungen laufen aus

Gesundheitskasse wartet auf 30 Mio. Euro aus Tirol

Um Betriebe in der Krise zu entlasten, hat der Bund im Vorjahr eine Stundung von Sozialversicherungsabgaben beschlossen. Doch jetzt werden die Beiträge fällig. Mehr als 3000 Tiroler Firmen erhalten in den nächsten Tagen und Wochen Post von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). 30 Millionen Euro sind in Tirol für die Krankenversicherung ausständig. 

Auch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), bei der rund 600.000 Tiroler krankenversichert sind, hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Durch die hohe Arbeitslosigkeit sind die Beiträge eingebrochen. Gleichzeitig wurden vielen Betrieben nach einem Beschluss des Nationalrates die Sozialversicherungsabgaben gestundet. „In Tirol haben wir dadurch 30 Millionen Euro Außenstände“, rechnet Werner Salzburger, Vorsitzender des ÖGK-Landesausschusses Tirol, vor. Knapp 3300 Tiroler Betriebe haben bisher um eine Stundung angesucht. Österreichweit gab es insgesamt mehr als 58.000 Stundungsansuchen.

„Es ist das Geld der Versicherten“
Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Bis 31. März sollen die Abgaben in die Kassen fließen, sagt der Gesetzgeber. „Das Geld ist Eigentum der Versicherten und wichtig, um die Gesundheitsversorgung der Arbeitnehmer zu sichern. Wir bieten den Betrieben aber großzügige Ratenzahlungen bis Juli 2022 an - unter Umständen auch darüber hinaus“, fasst ÖGK-Arbeitnehmervertreter und Obmann-Stellvertreter Andreas Huss bei einem Tirol-Besuch zusammen.

Pleitewelle könnte auch Kassen bedrohen
Einen Teil der Beiträge könnte die ÖGK aber nie zu Gesicht bekommen. Viele Betriebe hat die Krise in finanzielle Nöte gestürzt. Wie berichtet, gehen Fachleute davon aus, dass heuer eine Pleitewelle das Land erreichen wird. Nicht zuletzt die Forderungen von Gesundheits- und Pensionskassen könnten die Lawine auslösen. Bereits in der Vergangenheit war die Gesundheitskasse der größte Insolvenzantragssteller. „Die Sorge ist da, dass wir einen Teil des Geldes abschreiben werden müssen. Es geht um viel Geld. Österreichweit wurden 1,7 Milliarden Euro Sozialversicherungsabgaben gestundet, der Anteil der ÖGK liegt bei 300 Millionen Euro“, sagt Huss und sieht nach dem Krisenjahr 2020 auch für die Gesundheitskasse keine baldige Entspannung.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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