Die Zeiten, in denen die Stadt die Zahl der Taxis mittels Bedarfsprüfung festsetzen konnte, sind längst vorbei: Mittlerweile darf jeder fahren, der fünf Kriterien erfüllt: Eine Konzessionsprüfung, einen einwandfreien Leumund, österreichische Staatsbürgerschaft, 7.500 Euro finanzielle Mittel und einen Autoabstellplatz. "Das sind Null Hindernisse", erklärt Anton Eberl, Fachverbandsobmann in der Wirtschaftskammer Österreich. "Es gibt keine rechtliche Möglichkeit, den Zugang zu begrenzen."
Und so ist es unausweichlich: Die Zahl der Taxis steigt und steigt, und das seit Jahren. Zum Leidwesen und zum finanziellen Nachteil der Taxiunternehmer. Eberl selbst bekommt es am eigenen Leib zu spüren: "Mein Großvater hat genau vor 100 Jahren in Innsbruck angefangen. Ich kann vom Taxigewerbe heute nicht mehr leben."
Viele Unternehmer müssen aber durchkommen, obwohl die Erträge seit Jahren sinken: "Früher hatte ich beim Bahnhof in der Früh gleich mehrere Fahrten, heute kann ich froh sein, wenn es eine einzige ist", berichtet Ernst Lauterer, seit 14 Jahren Taxilenker in Innsbruck. "Es wird immer härter."
Die Zahl der Taxis steht in keiner Relation zu den verfügbaren Stellplätzen. Die Folge: Taxis stehen auch dort, wo sie gar nicht dürften. "Es wird gnadenlos gestraft, 70 Euro für ein Vergehen", sagt Hegazy Hegazy. Er fährt seit 10 Jahren in Innsbruck.
Alle fordern: Zahl der Taxis verringern
"Normalerweise regelt das der Markt. Aber der Mechanismus ist durch die Mindesttarife des Landes außer Kraft gesetzt", erklärt Josef Ölhafen von der WK-Sparte Transport. "Doch selbst wenn diese Tarifpflicht ausgesetzt würde, verringert das nicht die Zahl der Taxis." Das habe sich in Salzburg gezeigt. Ein Teufelskreis.
von Philipp Neuner, Tiroler Krone
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