28.01.2021 06:01 |

In Kantinen und Co.

Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel kommt

Was aus Großküchen auf unseren Tellern landet, ist oft ein gut gehütetes Geheimnis. Doch damit soll bald Schluss sein, immerhin geht es um etwa zwei Millionen (!) Portionen täglich. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) legte nun einen Verordnungsentwurf auf den Tisch, wonach die Herkunft der verwendeten Hauptzutaten ausgewiesen werden muss - vorerst aber nur bei Rind und Eiern.

In Spitälern, Kindergärten, Betriebskantinen oder Uni-Mensen - wer dort künftig etwa ein Rindsgulasch bestellt, soll genau wissen, woher das Fleisch stammt. Auch für Obst und Gemüse wäre dies laut Rechtsgutachten möglich. „Sollte es von der EU-Kommission keine Einwände geben, wären wir einen großen Schritt in Richtung Transparenz für die Konsumenten weiter“, erklärt der Gesundheitsminister. Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in Großküchen ist auch im Regierungsübereinkommen festgelegt. Mit dem vorliegenden Entwurf ist allerdings nur ein erster Schritt getan.

Ausweitung auf fertige Produkte gefordert
„Wir wollen, dass die Herkunft von Lebensmitteln auch in verarbeiteten Produkten ausgewiesen wird. Die Kunden müssen beim Griff ins Regal sofort und leicht erkennen können, woher wesentliche Bestandteile kommen“, sagt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger ganz klar. Auch dieser Punkt müsse in die Verordnung aufgenommen werden. Die Lebensmittelindustrie hat mit dem Vorstoß freilich wenig Freude.

Rechtlich schwierig wird es bei Geflügelprodukten und anderen Fleischarten wie Schwein oder Lamm, weil hier die EU mitreden kann. Um in Hinkunft zu wissen, woher das Grillhendl auf dem Mittagstisch stammt, bedarf es also einiger Diskussionen mit der EU-Kommission

Mark Perry und Oliver Papacek, Kronen Zeitung

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