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Spionage-Krimi im BVT | Wer zahlt, schafft an?

Spionage-Krimi im Geheimdienst. Österreich liefert wieder einmal Filmstoff: Der Ibiza-Skandal ist als Netflix-Serie mit Kevin Costner angedacht, der Wirecard-Skandal mit tatkräftiger österreichischer Beteiligung wird in Deutschland verfilmt. Was wir aber bislang dazu wissen, lässt die Augenbrauen hochgehen: Der mutmaßliche Milliardenbetrüger Jan Marsalek, ein Österreicher, ist auf der Flucht. Vermutet wird er in Russland, weil er dort beste Kontakte haben soll, während hierzulande die Handschellen nacheinander bei seinen Vertrauten klicken, die dem international gesuchten Ex-Wirecard-Zampano im Juni 2020 zur Flucht verholfen haben sollen. Ab im Privatjet von Bad Vöslau nach Minsk. Stand gestern: drei Herren sind in Haft. Ein Ex-Abteilungsleiter beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BVT), der ehemalige FPÖ-Abgeordnete Thomas Schellenbacher und ein weiterer, ehemaliger BVT-Mann in Kärnten. Die Männer stehen jedenfalls unter Verdacht, Geheimdienstinformationen geleakt zu haben. Unser Redakteur Erich Vogl taucht in seiner heutigen Geschichte tief in den geheimdienstlichen Sumpf ein, der vor allem eines zeigt: Wie dringend doch die Reform des Verfassungsschutzes vorangetrieben werden muss.

Wer zahlt, schafft an? Kein bisschen leiser wird die Aufregung rund um die Lieferengpässe von AstraZeneca, jenem Unternehmen, bei dem die EU große Mengen an Impfstoff bestellt hat. Wie sich herausstellt, hat Südafrika weit mehr pro Dosis bezahlt, und siehe da, von dort werden keine Lieferschwierigkeiten gemeldet. Der schwedisch-britische Konzern sei nicht besonders transparent, heißt es. Ein Insider fasst es heute in der Kolumne von Doris Vettermann zusammen: Eine Pharmafirma ist ja kein wohltätiger Verein, sondern will Geld verdienen. Da wäre es nicht verwunderlich, wenn lieber in jene Länder geliefert wird, wo der Impfstoff bereits zugelassen ist. Und natürlich auch dorthin, wo mehr gezahlt wird. Da hilft es auch wenig, wenn die EU mit Klage droht. Eine Entspannung wird wohl erst in Sicht sein, wenn mehr Impfstoff-Anbieter auf den Markt drängen, denn wie heißt es doch so schön: Die Konkurrenz belebt das Geschäft.

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Montag, 08. März 2021
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